Desensibilisierung bei Heuschnupfen - Erfahrungen?

  • Hallo,


    hat hier jemand so eine Desensibilisierung mal gemacht? Hat es was gebracht? Wie lange hält "der Effekt"? Gab es Nebenwirkungen während der Behandlung? Wie genau läuft das ab?


    LG
    Anja

  • Also ich hatte ganz ganz üblen Heuschnupfen inkl. Asthma. Ich hab mich dann für eine Desensibilisierung entschieden und habs nun fast 3 Jahre durchgehalten. Im Oktober wäre ich fertig gewesen, musste aber schon im Mai wegen der Schwangerschaft aufhören.
    Es ist viel viel besser geworden, nahezu fast weg. Ab und an hab ich Tage, wo mir meine Augen bisschen beissen, aber sonst nichts mehr.
    Ich hatte keinerlei Nebenwirkungen.
    Am Anfang wurde die Dosis gesteigert, ich glaub alle 2 Wochen und dann nur noch 1x monatlich.

  • Hallo Anja,


    meine Desensibilisierung ist noch nicht abgeschlossen, deswegen kann ich dir nicht von der Langzeitwirkung berichten.
    Ich habe letztes Jahr im Januar damit angefangen, hauptsächlich gegen Gräserpollen zu desensibilisieren.


    Vorher wurden verschiedene Allergietests gemacht. Zuerst der auf der Haut, dann aber noch einer durch die Nase. Dabei wurde jedes Mal (2x die Woche) ein anderes Allergen in die Nase gesprüht (wie Nasenspray) und die Reaktion darauf abgewartet. Dadurch konnte der Arzt herausfinden, auf welche Pollen ich auch tatsächlich reagiere. Anscheinend ist man manchmal für Pollen sensibel (die dann beim Hauttest als allergen erscheinen), reagiert aber nicht darauf. Dann muss man auch nichts dagegen machen.
    Bei mir waren es also die Gräser, auf die ich ganz stark reagiere.


    Im Januar 2010 habe ich also mit dem Spritzen angefangen. Am Anfang musste ich (glaube ich) jede Woche zum Hautarzt. Später war es dann alle 2 Wochen, seit dem Sommer 2010 ist es ein 5-6-Wochen-Rhythmus. Und zwar das ganze Jahr hindurch, Sommer wie Winter.
    Der Hautarzt gibt mir eine Spritze und dann muss ich 30 Minuten dort warten, ob ich einen allergischen Schock bekomme (also am besten was zum Lesen mitnehmen!). Nach einer halben Stunde schaut der Arzt nochmal kurz vorbei, fühlt die Schwellung am Einstich und gibt das OK zum Gehen. Das macht allerdings anscheinend nicht jeder Arzt so, manche bestehen auch nicht auf den 30 Minuten.


    Bei mir war es letzen Sommer so, dass ich fast gar nichts von den Pollen mitbekommen habe. Da war ich schon total begeistert. Alle um mich herum niesten, schnieften und hatten juckende Augen, nur ich hatte gar nichts. Dieses Jahr (also mein 2. Jahr der Desensibilation) hatte ich dagegen schon recht starke Symptome. Allerdings weiß ich ja nicht, wie es ohne die Therapie gewesen wäre. Vielleicht war dieser Sommer wieder extrem von den Pollen her. ?-( Bzw., was auch sein kann, ist, dass ich auf andere Pollen reagiert habe. Bei mir waren die Gräser die schlimmsten, aber nicht die einzigen Allergene. Aber nur gegen Gräser werde ich desensibilisiert, weil man nicht alle Pollen auf einmal therapieren kann.


    Nebenwirkungen habe ich nicht groß bisher. Die Einstichstelle juckt ca. 1-2 Tage wie ein Mückenstich, aber sonst habe ich nichts bemerkt.


    Ich hoffe, ich konnte dir damit ein bisschen weiterhelfen!


    Liebe Grüße
    Biene Maja

  • Mein MAnn und meine Schwägerin haben sich beide Desensibilsieren lassen. Bei beiden mit unterschiedlichem Ergebnis.


    Mein Mann hatte ganz schlimmen Heuschnupfen, begleitet von einer Kreuzallergie (konnte fast kein heimischen Obst essen), ging sogar schon auf die Bronchien. Er hat sie drei Jahre lang spritzen müssen. Einmal hatte er bedingt durch die Spritzen eine allergische Überreaktion, aber ansonsten hat er diese gut vertragen. Am Arm hatte er immer an der Einstichstelle eine kleine Beule und es war rot, das ging nach ein paar Tagen wieder weg.


    Das Ergebnis bei meinem Mann ist, dass der Heuschnupfen besser geworden ist, aber nicht ganz weg ist, er aber wieder Obst (fast) aller Art essen kann. Nur wenn besonders viel fliegt, dann muss er noch Tabletten nehmen, im Extremfall auch mal Spray.


    Bei meiner Schwägerin hingegen hat die Therapie fast überhaupt nichts gebracht. Sie schnupft weiter arg vor sich hin.


    Mein Mann sagt grad, er würde es immer wieder machen. Wenn man es einmal auf den Bronchien hat, ist es zu spät, dann wirds nur noch schlimmer.


    LG

  • Hallo Anja,


    ich war als Kind gegen sämtliche Frühblüher allergisch (Gräser, Birken, Haselnuss, Erle, usw.). Meine Desensibilisierung begann, als ich 6 oder 7 war und ging (nicht durchgehend) bis ich so 12/ 13 war. Ich musste über mehrere Monate hinweg jedes Jahr einmal die Woche zum Spritzen (mit Kühlen danach 1/2h lang).


    Es hat geholfen! Ich bin, was Pflanzen angeht, überhaupt nicht mehr empfindlich (dafür gegen Tierhaare bzw. den Milben in den Haaren). Meine Allergie war damals sehr stark ausgeprägt inkl. Asthma. Also :thumbup: fürs Desensi!


    Liebe Grüße,
    Steffi

  • Ich musste die Therapie wegen Nebenwirkungen (Juckreiz, Benommenheit) und nach 2 Allergieschocks abbrechen.
    Habe danach Akkupunktur gemacht und habe nun seit 5 Jahren keine Probleme mehr.

  • Ich bin selbst zwar keine Expertin für Allergene, hab aber zu genau diesem Thema vor 2 oder 3 Jahren einen interessanten Vortrag (seriöser Vortragender, seriöse Veranstaltung) gehört.


    Da ging es genau darum: warum schwärmen manche von der tollen Wirkung der Desensibilisierung und fast genauso viele sagen: Blödsinn, bringt nichts?


    Dort hab ich folgendes gehört: bisher kann man dien Allergene für die Desensibilisierung ausschließlich aus ihrer natürlichen Quelle (also eben der entsprechenden Pflanze) gewinnen. Das Problem daran ist, daß es keine Möglichkeit gibt, die Allergenmenge pro Dosis zu quantifizieren. Es ist also möglich, daß ein Patient eine Riesenmenge an den Allergenen erhält, ein anderer fast nichts. Man kann die Mengen einfach nicht ausreichend gut nachweisen.
    Daher wird intensiv daran gearbeitet, diese Allergene rekombinant (also mittels der bösen Gentechnik :-D ) herzustellen, weil es dann endlich die Möglichkeit gäbe, korrekt zu dosieren und genau anzugeben, welche Allergenmenge sich in der jeweils verabreichten Dosis befindet.

  • Ich bin ja auch dabei und habe zwar (nach 5 oder so) Jahren noch Beschwerden, aber deutlich geringer als zuvor.... bei mir wird der Arm auch immer dick und heiß danach und 1x hatte ich einen Allergieschock, ansonsten belastet es meinen Kreislauf aber nicht. Auf Kreuzallergien hatte es bei auch teilweise Einfluss, ich kann wieder Avocados Essen, viele andere Sachen gehen aber nicht besser.


    Was mich aber interessieren würde, daher häng ich mich mal dran: Was ist damit währrend einer Schwangerschaft... Watch ( :wave: ) sagte, sie hätte aufgehört. Ich hab bisher immer gedacht, wenn man das vorher gemacht hat, darf man auch weitermachen? Weiß da jemacht von euch Bescheid?

  • Dort hab ich folgendes gehört: bisher kann man dien Allergene für die Desensibilisierung ausschließlich aus ihrer natürlichen Quelle (also eben der entsprechenden Pflanze) gewinnen. Das Problem daran ist, daß es keine Möglichkeit gibt, die Allergenmenge pro Dosis zu quantifizieren. Es ist also möglich, daß ein Patient eine Riesenmenge an den Allergenen erhält, ein anderer fast nichts.

    Hmm, also ich habe je nach Zeitpunkt in der Desensibilisierung unterschiedliche Dosen in der Apotheke erhalten. Sprich, das Mittel im 1. Fläschchen war niedriger dosiert als die späteren. Da standen auch irgendwelche Prozentangaben auf dem Rezept und auf dem Fläschchen.

  • Super! Ganz vielen lieben Dank schonmal für eure Infos! Ich wollte vor 2 Jahren schonmal damit anfangen aber dann wurde mir gesagt, dass ich so lange nicht schwanger werden dürfte da man sonst abbrechen müsste und da wir so lange nicht mehr auf eine Schwangerschaft warten wollten hab ich die Desensibilisierung erstmal auf Eis gelegt.


    Weiss jemand ob man das trotz Stillen machen lassen darf?

  • Hallo,


    Ich bin so gegen alles allergisch was draußen wächst und fließt (aber gott sei dank ohne kreuzallergien). Ich hab vor 5 jahren angefangen mit der desensibilisierung und die dauerte 3 jahre. Gespritzt wurde ich einmal wöchentlich, aber immer nur im Winterhalbjahr. Wurde auch nur gegen 3 sachen gespritzt, auf die ich am meisten reagiert habe (gräser, birke und hasel). Auch wurde die dosis langsam erhöht und es wurde genau nach schema gespritzt.
    Geholfen hat es mir sehr gut. Im ersten jahr hatte ich noch leichte beschwerden, die aber in den laufenden jahren immer besser wurden. Letztes jahr (während der schwangerschaft) hatte ich überhaupt keine probleme, heepuer wieder leichte. Da ich aber auch extrem gegen Hausstaub allergisch bin (und man da laut meinem Hautarzt nicht desensibilisieren kann) habe ivh das ganze Jahr hindurch leichte symptome. Aber im Sommer ist es seitdem um welten besser geworden. Ich kann mit meinem Zwerg an Badesee gehen ohne einen monatsvorrat an tempos mitzunehmen :D


    Bezüglich deiner Frage zur Stillzeit kann ich dir leider keine Antwort geben.

  • Ich habe mir jetzt keine weiteren Beiträge durchgelesen...
    Ich habe mich vor 2 Jahren desensibilisieren lassen bzw. wollte es, aber nach jeder Spritze - ich glaube 6 hatte ich noch gemacht, ging es mir überhaupt nicht gut. Nicht nur das mein Arm anschwoll wie sonstwas, ich hatte nach jeder Spritze ein paar Tage richtige Migräne. Der Arzt meinte zwar, dass es davon nicht kommen könnte. Aber komischerweise war das dann auch weg, als ich nicht mehr gespritzt wurde...

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