Metformin - In der Schwangerschaft weiternehmen?

  • Hallo,


    ich bin seit gestern etwas verunsichert und hoffe ihr könnt mir mit Erfahrungen weiterhelfen.


    Ich nehme seit ca. 1,5 Monaten Metformin wegen PCO, als ich die Tabletten bekommen habe, wurde mir vom Hausartzt gesagt ich soll sie im Falle einer Schwangerschaft sofort absetzen (die Anordnung für das Metformin war durch die Endokrinologien erfolgt, aber der Hausarzt hat nach dem Befundschreiben das Rezept ausgestellt)


    Nun war ich gestern bei meiner FA die "Abschluss" Kontrolluntersuchungen und Ultraschall, weil wir diesen Monat mit der Babyplanung nochmals anfangen, und diese meinte ich soll, sollte ich Schwanger werden, das Metformin auf jedenfall weiter nehmen.


    So und jetzt? Ich weiß wirklich nicht wem ich da eher vertrauen soll.


    Ich hoffe ihr könnt mir weiter helfen!


    Liebe Grüße


    Trin

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  • Bei meiner ersten Schwangerschaft wurde mir gesagt (von der Endokrinologin bei der ich seit Jahren in Behandlung bin) ich solle es sofort absetzen. Das habe ich auch gemacht.


    Bei der zweiten Schwangerschaft habe ich es sofort abgesetzt. Ich hatte dann recht schnell einen Termin zur Kontrolle bei der Endo und sie meinte dann ich hätte es auch weiter nehmen können um eine erneute FG vielleicht vorzubeugen. Aber jetzt wo ich es schon abgesetzt hätte soll ich es so lassen und nicht nochmal mit der Einnahme beginnen.


    Die Aussagen scheinen widersprüchlich zu sein (s. google), was leider doof ist. Man muss für sich selbst entscheiden wie man vorgehen möchte.

  • Hallo Anja,


    habe auch bereits das ganze Internet durchforstet. Und die Meinungen gehen wirklich total auseinander!


    Danke für den Link, werd ihn mal durchlesen.


    lg

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  • Wegen meinem Hormonchaos waren wir auch in Behandlung und ich musste Metformin einnehmen. Als ich dann schwanger war, hat mein Kiwu-Arzt zur weiteren Einnahme bis etwa zur 12. Woche geraten. Er meinte, würde er seine eigene Frau behandeln wäre das seine absolute Empfehlung. Er hat aber auch klar gesagt, dass die Meinungen da sehr auseinander gehen in Deutschland. In anderen Ländern würden darüber aber schon sehr gute Erfahrungen bzgl. Senkung des FG-Risikos vorliegen. Ich habe ihm dann einfach vertraut und Metformin bis zur 11. Woche eingenommen.

  • Bei mir kam die Frage auch auf. Es gibt da wirklich keine einheitliche Meinung.


    Ich nehme schon seit Jahren Metformin und meine Ärztin hat immer gesagt, ich solle mich in jedem Fall melden, wenn ich schwanger werden sollte, weil es dann abgesetzt werden muss. Der Grund sei wohl einfach, dass man nicht genug Erfahrungen und Erkenntnisse darüber hat, welche Auswirkungen es auf das Baby hat.


    Als es dann soweit war, dass mein Mann und ich mit der Familienplanung begannen habe ich sie darauf angesprochen und sie meinte auch dass man wohl mittlerweile in der SS weiternimmt, hat mich aber zur Sicherheit zum Diabetologen geschickt. Der hat sich dann ganz klar gegen das Metformin ausgesprochen. Er meinte, dass Gynäkologen (insb. solche die sich speziell mit Kinderwunschbehandlungen beschäftigen) und Diabetologen hier unterschiedliche Auffassungen vertreten. Die Gynäkologen setzten es wohl gerne ein, weil es die Chancen auf eine SS erhöht. Diabetologen lehnen den Einsatz aber nach wie vor wegen der unbekannten Auswirkungen auf das Kind ab.


    Ich weiß auch nicht, was man da jetzt glauben soll, werde mich aber wohl an den Rat des Diabetologen halten. Sprich ich werde es nehmen, bis ich schwanger bin und dann absetzen. Allerdings mit der Konsequenz, dass ich dann wahrscheinlich Insulin spritzen muss.


    Ich glaube eine sichere Antwort und Lösung gibt es nicht. Ich denke man muss für sich auf der Basis der verfügbaren Informationen Risiken und Nutzen abwägen und dann entscheiden.

  • Guten Morgen,


    danke für die vielen Antworten!


    Ich glaub ich hab mitlerweile alles zu Metformin gelesen, was sich im Netz finden lässt. :autsch: Ich werd aufjedenfall nochmal die Endo anrufen und sie fragen, was ihre Meinung ist. Aber ich seh schon die Entscheidung wird wohl bei mir bleiben..


    Och man.. mein ganzes Hirn fährt zur Zeit Achterbahn! :hammer:


    lg

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  • Trinity: Wegen was nimmst du Metformin? Weil du meinst du musst dann in der Schwangerschaft wahrscheinlich Insulin spritzen? Hast du Diabetes?


    Ja ich habe Typ II Diabetes.


    Aber ich denke mal, die Auwirkungen auf das Kind sind die gleichen, egal weshalb man es nimmt. Kann aber auch falsch sein, insb. mlgw. die Gewichtung der Risikofaktoren verändern.

  • Das weiß ich nicht. Mich hat nur gewundert wie du so direkt mit einer Insulingabe kommst (ich musste nicht spritzen in der Schwangerschaft, habe aber keinen Diabetes), aber das erklärt es natürlich.


    Ich glaube manche Ärzte (wie auch meine Endo dann bei der 2.Schwangerschaft plötzlich umgeschwenkt wäre) vermuten es gäbe ein geringeres FG-Risiko für PCO-Patientinnen wenn man das Metformin weiter nimmt. Aber nachgewiesen ist das nicht.

  • Die Gynäkologen setzten es wohl gerne ein, weil es die Chancen auf eine SS erhöht. Diabetologen lehnen den Einsatz aber nach wie vor wegen der unbekannten Auswirkungen auf das Kind ab.


    Metformin erhöht die Chancen auf eine Schwangerschaft nur indirekt, indem es zu Gewichtsverlust führt. Gewichtsverlust führt oft auch zu endokinologischer Besserung, da Fettgewebe Hormone produziert und vor allem speichert. PCOS wird zb. verbessert. Aber auch adipöse Frauen werden ohne zusätzliche Faktoren wie PCOS nicht weniger oft oder "langsamer" schwanger. Sie haben allerdings eine erhöhte Neigung zu Fehlgeburten. Ob Metformin sich darauf auswirkt weiß ich gar nicht so genau. In GB wird Metformin aber soweit ich weiß auch in der Schwangerschaft weiter genommen. Vielleicht gibt es dazu ja Zahlen von dort.


    Allerdings mit der Konsequenz, dass ich dann wahrscheinlich Insulin spritzen muss.


    Metformin, wie auch andere orlae Antidiabetika, senken den Langzeitblutzucker (HBa1c) max. um 1-2%. Dass heißt selbst wenn du Insulin spritzen müsstest (was du vielleicht auch diatisch hinbekommen könntest?) wäre es eine eher kleine Dosis.
    Ansonsten hast du sowieso ein sehr hohes Risiko für einen Gestationsdiabetes und solltest sowohl des Blutzucker überwachen, also auch mindestens drei oGTT absolvieren. Von der Gefahr für das Kind her ist die potentielle Hyperglykämie sicherlicher gefährlicher als die möglichen Nebenwirkungen der Insulineinnahme.
    Ich persönlich würde Metfomin auch nicht in der Schwangerschaft weiter nehmen, eben weil es bisher keine gute Datenlage dazu gibt und weil es mit Insulin eine Alternative gibt, die wiederum gut untersucht ist.

  • Metformin erhöht die Chancen auf eine Schwangerschaft nur indirekt, indem es zu Gewichtsverlust führt.


    Erstmal vielen Dank für die Infos. Das mit dem Gewichtsverlust hat "leider" nur am Anfang funktioniert. Mittlerweile hat das Metformin darauf keine Auswirkungen mehr.


    Zitat von »trinity241098«


    Allerdings mit der Konsequenz, dass ich dann wahrscheinlich Insulin spritzen muss.


    Metformin, wie auch andere orlae Antidiabetika, senken den Langzeitblutzucker (HBa1c) max. um 1-2%. Dass heißt selbst wenn du Insulin spritzen müsstest (was du vielleicht auch diatisch hinbekommen könntest?) wäre es eine eher kleine Dosis.
    Ansonsten hast du sowieso ein sehr hohes Risiko für einen Gestationsdiabetes und solltest sowohl des Blutzucker überwachen, also auch mindestens drei oGTT absolvieren. Von der Gefahr für das Kind her ist die potentielle Hyperglykämie sicherlicher gefährlicher als die möglichen Nebenwirkungen der Insulineinnahme.
    Ich persönlich würde Metfomin auch nicht in der Schwangerschaft weiter nehmen, eben weil es bisher keine gute Datenlage dazu gibt und weil es mit Insulin eine Alternative gibt, die wiederum gut untersucht ist.


    Mein Diabetologe meinte, dass ich das wohl diätisch nicht hinbekommen werde. Er meinte, es sei sehr wahrscheinlich, dass ich spritzen muss.


    Mir graut es zwar vor dem Selbstspritzen aber ich möchte das Metfomin auch nicht nehmen, eben wegen der unbekannten Folgen und weil mit der Insulintherapie eine Methode zur Verfügung steht, mit der die Ärzte seit langem Erfahrungen sammeln können. Das Insulin ist daher mE ohnehin das "kleinere" Übel und daher für mich ganz klar vorzugswürdig.


    Naja, erstmal muss es klappen ;)

  • Hallo.
    Metformin ist in der Schwangerschaft nicht zugelassen! Deswegen absetzen sobald eine Schwangerschaft eintritt. Es gibt dafür keine ausreichenden Studien ob es das Baby schädigen könnte, oder vielleicht irgendwann Folgen für das Kind haben könnte.
    Metformin ist ja ein Medikament, also Nabelschnurgängig, d.h. das Baby wird damit auch versorgt. Insulin geht nicht über die Nabelschnur. Es senkt den Blutzucker bei der Schwangeren, damit das Baby keinen erhöhten Blutzucker mitbekommt. Also wenn jemand eine vorbestehenden Diabetes hat, und Medikamente dagegen einnimmt, wird generell in der Schwangerschaft Insulin gespritzt, wobei auch nur wenige Sorten Insulin für Schwangerschaften zugelassen sind.
    LG N.

  • RedRose, es werden jede Medikamente, Metformin zb. bei PCOS, als Off-label use verschrieben obwohl sie nicht indiziert sind. Ob Metformin in der Schwangerschaft kontraindiziert ist, ist gar nicht klar, denn es gibt keine ausreichende Datenlage. Das heißt aber nicht, dass es gar keine Daten gäbe. Embryotox spricht von einer mittleren Datenlage und es gibt auch schon einige Studien zu Metformin in der Schwangerschaft, meist in Verbindung mit Diabetes und/oder PCOS. Siehe hier. Bei PCOS wird es in einigen Stufen sogar während der Schwangerschaft empfohlen, da es eventuell die Abortrate verringert. Im Vergleich zur Insulingabe während der Schwangerschaft halten sich die Komplikationen durch Metformin und Insulingabe (hauptsächlich Hypoglykämien) ungefähr die Waage.


    Das gesagt wird von Embryotox dennoch die Umstellung auf Insulin für Typ 2 Diabetikerinnen empfohlen und die Absetzung von Metformin. Bei PCOS sollte Metformin im 1. Trimenon abgesetzt werden.

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