Pädaudiologe: Wer war dort mit seinem Kind?

  • Gibt es hier jemand der schon mal mit seinem Kind bei einem Pädaudiologen war (evtl. wg. Wahrnehmungsstörung) und kann mir sagen was dort gemacht wird und ob es was gebracht hat? Gern auch per PN! DANKE!
    LG, Bigy

  • Hallo Bigy,


    ich antworte mal. Wir waren mit unserem Großen insgesamt 3 mal in der Pädaudiologie. In Marburg wurde man erst ins Sprechzimmer geführt. Fragen wie "Was führt Sie her?" "Seit wann ist das so?" usw. Dann hüpft das Kind auf den Untersuchungsstuhl und es wird in die Ohren geschaut, ob alles normal aussieht. Anschließend mussten wir zum Hörtest. Der findet in einer schalldichten Kabine statt und war auch sehr umfangreich. Da werden viele Frequenzen durchprobiert. Nicht nur wie beim Kinderarzt 5 links und 5 rechts. Danach ging es noch zu einer Logopädin, die sich mit dem Kind unterhält, es bestimmte Worte nachsagen lässt und schaut, ob es frei erzählen kann. Anschließend findet noch ein kurzes Abschlußgespräch. Dort wird dir dann gesagt, ob es was zu behandeln gibt und wenn ja, was sie empfehlen würden.
    Unser Großer war mit 4 einhalb zum ersten Mal da, weil der KiGa einiges bemängelt hatte. Der Kinderarzt war anderer Ansicht. Die Pädaudiologie hat uns aber Logopädie empfohlen. Das wollte der Kinderarzt aber auch nicht verschreiben und hat uns weitergeleitet an ein Heiltherapheutisches Zentrum. Da gabs dann auch wieder Gespräche und Tests und letztlich haben wir im Dezember 2013 die letzten Logopädiestunden und im März die letzte Ergotherapie gehabt. Der Große ist jetzt 6 einhalb und beide Förderungen hatte er etwa 1,5 Jahre. Uns hat der Besuch in der Pädauiologie insofern etwas gebracht, dass wir damit den Kinderarzt überzeugen konnten, uns wenigstens an eine andere Stelle zu überweisen. Das musste er nämlich dann auch die ganze Zeit jedes Quartal wieder machen.
    Sie machen nur Tests und geben eine Empfehlung. Rezepte und Überweisungen bekommst du da nicht. Aber Klarheit ob und wo es ein Problem gibt. Eine auditive Wahrnehmungsstörung ist wohl aber frühestens ab 6 Jahren diagnostizierbar.
    Ich weiß ja nicht, wo ihr hinmüsst. In Marburg ist die Pädaudiologie an die Uni angeschlossen und entsprechend saßen dann da auch Studenten dabei. Je nachdem, wie weit sie waren, durften sie auch mal ins Ohr gucken oder eine Frage stellen.


    Liebe Grüße von Trueffel

  • Wir waren damals mit Jona in Klingenberg (nähe Aschaffenburg). Er war da um die zwei Jahre alt. Hauptsächlich ging es darum zu schauen, ob er wirklich richtig und in allen Facetten hören kann. Er konnte ja zu dem Zeitpunkt noch kein Wort sagen.


    Es wurden verschiedene Hörtests gemacht und Wortschatzprüfungen gemacht. Vorher mussten wir glaube ich auch einen Fragebogen ausfüllen.


    Speziell auf eine Wahrnehmungsstörung wurde da natürlich nicht geschaut, er war ja noch viel zu jung.


    Geht es bei Tim denn um eine auditive Wahrnehmungsstörung?

  • Hallo,


    danke euch und danke auch für die PNs, ich antworte spät. am WE.
    Ob er tatsächlich eine auditive WS hat, wissen wir nicht, da es ja erst ab 6 J. diagnostizierbar ist und er dafür auch mitmachen muss. Daran scheitert es ja leider immer wieder.
    Ich habe nur überlegt ob es sinnvoll wäre vor der Einschulung zum Pädaudiologen zu gehen, aber das werde ich mal mit dem Kinderarzt (der uns auch leider nicht wirklich ernst nimmt :wave: zu Trüffel) und seiner Ergotherapeutin sprechen.
    Tim ist sehr geräuschempfindlich und deswegen schnell gereizt, kann sich dann nicht mehr konzentrieren usw. Manchmal versteht er Anweisungen nicht bzw. versteht was anderes oder aber hört nicht richtig zu. Das weiß ich nicht. Ich denke aber es wird in einer Klasse mit 20 Kindern mit Sicherheit anfangs große Probleme für ihn geben.
    Ich wollte nur mal wissen wie das abläuft, was bei dem Pädaudiologen gemacht wird.
    Wir waren ja schon im SPZ und haben dort derzeit nur die Diagnose Entwicklungsverzögerung/störung + Auffälligkeiten im sozial-emotionalen Bereich.
    Aber von Anfang an, schon als Kleinkind hat er große Schwierigkeiten wenn es zu laut ist(Musik, viele Personen sprechen, ist schnell abgelenkt bei anderen Geräuschquellen usw.). Beim Mutter-Kinderturnen hat er geweint wenn die Musik angemacht wurde und die anderen Kinder haben getanzt...


    LG

  • Klingt ein bisschen wie bei uns. Der Große wird auch immer panisch und hält sich die Ohren zu, wenn es zu Laut wird. Da reicht auch schon ein Trecker, der direkt an uns vorbeifährt oder etwas lautstark umfällt.
    Das Problem mit dem Auftragsverständnis haben wir mit der Ergotheraphie gut in den Griff bekommen. Da haben wir angefangen mit einer Sache wie "Hole dir bitte einen Teller." Das würde dann immer weiter gesteigert. Was gut hilft ist, die Kinder in soviel Alltagsarbeiten einzubinden, wie möglich. Auch, wenn das kochen dann 2 Stunden dauert" und Spiele für die Merkfähigkeit wie "Ich packe meinen Koffer", Memorys oder nur mal die Frage abends, was es mittags zu essen gab.

  • Trüffel, was wurde denn bisher bei euch diagnostiziert? Haben sie dir in Marburg gesagt, das er eine aud. Wahrnehmungsstörung hat?

  • Nein, wir waren zuletzt da, als er 5 geworden war. Da wars ja noch zu früh. Das HTZ (bei euch SPZ) hatte festgestellt, dass er anhand aller Unterlagen und Gesprächen und eigenen Untersuchungen wohl nur ein bisschen Unterstützung braucht für ein besseres Sprachverständnis. Die Logopädin hat mit ihm am Sprachverständnis gearbeitet und die Ergotherapeutin an der Umsetzung von dem, was er hört. Bei uns war es auch so ein bisschen eine Kombination aus Unaufmerksamkeit, leichte Sprachverstänisschwierigkeiten und dem noch umsetzen könne vom Gehörten.
    Wenn es im KiGa hieß, alle Kinder stellen ihren Stuhl wieder zurück an den Platz, dann stand er da und wusste nicht, was er tun soll. Aber das ist alles sehr viel besser geworden. Auch der Kindergarten ist zufrieden und alle Beteiligten sind der Meinung, dass er gut gerüstet ist, für die Schule.
    Was sagt denn das SPZ bei euch? Wir waren ja nur in der Pädaudiologie um im HTZ aufgenommen werden zu können. Der Rest lief dann alles über das HTZ. Dort hatten wir dann verschiedene Test, was seine Aufnahmefähigkeit/Intelligenz angeht. Anhand von dem, was ich erzählt habe, was in den Beurteilungsbögen des Kindergartens stand und was uns eine Logopädin bescheinigt hatte zu der wir 5 mal für eine Anamnese gehen durften, haben sie dann beschlossen, dass er gefördert werden sollte, damit der Rückstand nicht zu groß wird und er bis zur Schule alles kann, was er braucht. Wir haben eine Außenstelle vom HTZ etwa 5 km entfernt, wo Ergotherapeutin, Logopädin und Heilpädagogin praktizieren. Dort haben wir auch schnell Plätze bekommen und damit war alles unter einem Dach.

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