Vierfach Impfung in der Schwangerschaft????

  • Im Impfen pro und Contra steht drin wie das ist mit Keuchhusten und Babys.


    Bei Babys grundsätzlich blöd. Bis zum dritten Monat extrem blöd, ab dem 6. Lebensmonat schon etwas besser. Du musst einschätzen für wie wahrscheinlich Du es hältst, dass Ihr in den ersten drei (oder sechs) Lebensmonaten genau Keuchhusten aufschnappen werdet. Oder ob Du Dich lieber nach der Geburt impfen lässt. Oder vorher einmal den Titer bestimmen lässt. Stressen würde ich mich nicht lassen. Es ist nichts was Du heute entscheiden musst.

  • Kathi: Wäre es unser erstes Kind würde ich auf die Impfung verzichten da ich das Risiko für gering halte. 8-)


    Die Unsicherheit kommt erst durch die Tatsache das Junior bereits in den ersten Lebenswochen täglich mehrfach mit den verschiedenen Einrichtungen wie Kindergarten, Schulklasse, Tanzschule etc in Kontakt kommen wird. Und selbst wenn ich von einer Keuchhusteninfektion hören sollte könnte ich dem nicht aus dem Weg gehen weil der Kleine einfach mit muss.


    :|

  • Ja, so sehe ich es auch. Bei Livia hatte ich andere Gedanken und eine geringere Gefährdung. Beim zweiten Kind muss man dafür ein paar Dinge mitbedenken, die beim ersten noch nicht so die Relevanz haben und eventuell eine andere Entscheidung treffen. Darüber muss man halt nachdenken, das Risiko einschätzen und entscheiden.

  • Dann darf man Keuchhusten wohl auch in der Stillzeit impfen, wenn das auch Schwangere dürfen, nehme ich an?
    Das möchte ich nämlich unbedingt machen.

  • DAnn habe ich es doch richtig verstanden.
    Wobei für mich eine Impfung in Schwangerschaft oder Stillzeit nur auf Verdacht, dass ich nicht immun bin nicht in Frage käme, sondern ich immer den Titer zuerst bestimmen lassen würde (und ja auch habe) und danach entscheiden würde (ich habe gerade noch mal nachgeguckt, ich bin scheinbar doch nicht mehr immun (gerade raus aus dem Wert, werde mich aber trotzdem nicht impfen lassen).

  • Zitat

    Du musst einschätzen für wie wahrscheinlich Du es hältst, dass Ihr in den ersten drei (oder sechs) Lebensmonaten genau Keuchhusten aufschnappen werdet.


    Und wie soll sie das einschätzen? Das Risiko besteht, sobald man das Haus verlässt. Und mit größerem Kind in der Familie ist es sowieso immer größer.


    Titerbestimmung bei Keuchhusten bringt nicht viel.

  • Paso: Wieso bringt eine Titerbestimmung bei Keuchhusten nicht viel?
    Mein Mann hat sich vor der Geburt extra noch impfen lassen u hatte Nebenwirkungen in Form von 2 Tagen Krankheitsgefühl, waren rel. stark die Nebenwirkungen, wobei er auch auf die Grippeimpfung ähnlich reagiert, ich dagegen gar nicht.


    Ich habe mich in der Schwangerschaft nicht impfen lassen, erstens weil ich fehlinformiert war u dachte, das ginge nicht u zweitens weil ich als Kind Keuchhusten definitiv hatte.
    Wenn die Immunität aber nur ca. 10 Jahre andauert, müsste ich mich ja auch noch impfen lassen. Wie Pollyengel nehme ich an, dass es dann auch in der Stillzeit möglich ist?
    Unsere Tochter ist durchgeimpft.


    Bei einem Ausbruch im Kindergarten dürfte man den mit Baby am besten nicht mehr betreten, oder?

  • @ Paso
    Jeder Mensch trifft permanent Einschätzungen und entscheidet auf dieser Basis, was er tut oder nicht tut. Wie Menschen zu dieser Einschätzung kommen ist sehr verschieden. Manche denken sich, "wenn bisher nichts passiert ist, dann wird es nicht genau jetzt passieren" und andere denken sich "sicher ist sicher". Das ist typabhängig. Dieser Prozess, den man fortwährend durchführt, gehört zu dem was man als "Leben" bezeichnet. Man kann natürlich fehlgehen, aber das ist eben so im Leben und zwar mit allen Entscheidungen. Deswegen war auch eine Entscheidung nie die falsche, denn ich kann immer nur vorher meine Meinung bilden und hinterher wirklich wissen, was passiert ist. Niemand auf der ganzen Welt kann immer Entscheidungen treffen, die im Nachhinein gut sind.


    Und, wovon ich nie abgehen werde, man soll die Menschen frei lassen in ihren Einschätzungen und Entscheidungen. Sie sind keine Idioten und können für sich schon spüren, was sie möchten. Und ja, natürlich kann man sagen "das sorgt mich nicht." Glücklicherweise leben wir in einem freien Land.


    Und damit sage ich dazu nichts mehr. ;)

  • Keuchhusten kommt bei uns derart oft vor, daß ich gerade bei dieser Krankheit nicht sagen würde, "ich schätz halt mal so ab, wie hoch mein Risiko ist". Ich komm jetzt diesen Moment gerade zurück vom heurigen Impfgespräch im Ministerium und hab unter anderem ausgerechnet einen Vortrag von einer Mitarbeiterin der österreichischen Referenzzentrale für Keuchhusten gehört ;) unter anderem erneut mit der Titergeschichte und warum sich die Titerbestimmung gerade bei Keuchhusten NICHT zur Kontrolle eines Impferfolges eignet und auch mit den erschreckenden Daten, daß rund 12 - 32% der Jugendlichen und Erwachsenen, die länger als eine Woche andauernden Husten haben, an Keuchhusten erkrankt sind. Bei den größeren Kindern und Erwachsenen ist die Symptomatik nunmal nicht typisch. Dafür ist die Hospitalisierungsrate bei den unter Einjährigen extrem hoch. Wenn ich mich durch unsere jährliche Seuchenstatistik wühle und alleine nur die GEMELDETEN Fälle sehe - welche ja nur die Spitze des Eisberges sind - würde es für mich gerade bei dieser Erkrankung nicht in Frage kommen, auf einen Schutz zu verzichten.

  • ....der Grund für das Problem mit der Titerbestimmung ist, daß es kein Schutzkorrelat gibt. Man kann zwar die Antikörper bestimmen, diese erlauben jedoch keine wirkliche Aussage, ob selbige einen effektiven Schutz bewirken und auch nicht, für welche Zeitspanne ein solcher in etwa ausreichen würde.

  • Ich kann mit "derart oft" nichts anfangen. Ohne absolute Zahlen geht gar nichts - meine Meinung. Sehr empfehlenswert das Buch "Risiko" von Gerd Gigerenzer, das einen in die Lage versetzt, sich die Dinge zu überlegen - im Leben gibt's zum Glück mehr als dieses Thema, daher ist es für 99,9 Prozent, was das restliche Leben ausmacht, nützlich.
    Edit: http://www.tagesspiegel.de/wis…schon-nichts/8002790.html - spannend das mit der gefährlichen Anti-Baby-Pille der 3. Generation. ;)
    https://www.mpib-berlin.mpg.de…tarbeiter/gerd-gigerenzer



    Die Erkrankung: Mit der Info, dass es für Neugeborene ganz schwierig ist:
    http://www.impf-info.de/die-im…usten-die-erkrankung.html


    Die Effektivität der Impfung - weshalb überhaupt viele Kinder es bekommen. Sie werden nur getestet, wenn man die ÄrztInnen zwingt, weil alle glauben, dass man es wegen der Impfung nicht haben kann - jedenfalls war das mal so. Ich hab das mal vor Jahren, wo es offenbar auch schon so war, in einem deutschlandweiten Forum verfolgt. Als dann die Mütter die Ärzte zu Tests zwangen kam heraus, dass die - durchgeimpften - Kinder allesamt Keuchhusten hatten.
    http://www.impf-info.de/die-im…-l%C3%A4%C3%9Ft-nach.html


    Und dann hat sich jemand die Mühe gemacht zu errechnen, wieviele Leute man impfen muss, um jemand zu schützen oder zu retten. Siehe Kokon-Strategie: http://www.impf-info.de/die-im…n-die-qneueq-impfung.html


    Im Endeffekt, auch wenn es so aussieht, als könnte man heute alles, kann man dankbar sein, wenn die Kinder durch so gefährliche Zeiten durch sind. Man kann sie natürlich auch dazu impfen. Es ist ja schon super, wenn 41 Prozent der Kinder geschützt sind. Aber man soll nicht so tun als würde es ein Problem völlig lösen (im Fall von Keuchhusten) und eine Sicherheit erzeugen, die es nur scheinbar gibt. Dann rennen die Leute mit ihren Säuglingen irgendwo in Menschenmassen herum und glauben, es kann nichts passieren. Aber so ist das nicht. Das Leben bleibt gefährlich - jedenfalls was Keuchhusten angeht.


    Edit: Ich bin überhaupt nicht gegen das Impfen. Aber für ein Errechnen des Risikos und klar sichtbare Zahlen, Stärken und Schwächen von Impfungen, für das Wissen um die Erkrankung (!!) und die Möglichkeiten von Heilung und auch von Komplikationen. Sachlich dargelegt. Also eine aufgeklärte Gesellschaft, wo man nicht Lösungen hingelegt bekommt, sondern Informationen, die Entscheidungen ermöglichen.

  • Na gut, nachdem hier schon ausreichend Expertinnen auf dem Gebiet der Epidemiologie und Immunologie ihr Fachwissen weitergeben, erachte ich weitere Kommentare meinerseits als überflüssig. Wenn man aber schon so kompetent ist, sollte man auch wissen, wo man die Zahlen herbekommt, das ist gar nicht schwer.

  • Hä, was ist denn mit Dir los??? ?( Ich nehme es mir heraus, das meine zu tun - offenbar mit ein paar anderen LeserInnen dieser Seiten + mancher Bücher, denn sonst gäbe es diese nicht. Ich behaupte nicht, dass ich die Welt verstanden habe, aber mein (Lebens)weg steht mir schon noch zu. Du bist hier als Expertin anerkannt und ich verstehe nicht was Du Dich aufregst, zumal hier eigentlich fast alle so handeln wie Du es in vielen Threads wissenschaftlich erklärst. Dass Du Dich von irgendwelchen Leuten, die nicht mal ansatzweise Deine Ausbildung genossen haben, ernsthaft ärgern lässt, verstehe ich gar nicht.

  • Jetzt habe ich den Gockel befragt - es gibt Keuchhusten gar nicht als Einzelimpfung ?(


    Nur in Kombination mit entweder Tetanus und Diphtherie
    oder mit Polio
    Habe ich das so richtig verstanden? Was davon ist denn die stillverträglichere Variante?


    Eine Tetanus-Auffrischung habe ich erst vor ca. 1 1/2 Jahren bekommen.


    Und ja,ich mchte mich unbedingt impfen -meine Schwägerin und ihre damals 8 Monate und 4 Jahre alten Töchter hatten Keuchhusten - es war wirklich grauenvoll - besonders für das Baby.

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