Bewerbung auf die eigene Stelle - wie formulieren?

  • Wie ich ja gestern bereits unter "Verliere meinen Job..." geschrieben habe, läuft mein befristeter Vetrag am 31.07. aus. Die Stelle wurde bereits heute intern ausgeschrieben und der Personalchef meinte ja, daß ich mich selber darauf bewerben kann. Aber wie formuliert man so eine Bewerbung? Ich will auf jeden Fall die Erfahrung, die ich bereits gesammelt habe und die Seminare, die ich besucht habe, erwähnen.


    Wie bewirbt man sich auf seine eigene Stelle, die man bereits seit 2,5 Jahren besetzt???

  • Hallo schnuffi,


    zu deiner Frage kann ich dir leider nix sagen. hab ich noch nie gemacht. Was ich mich frage... lohnt es sich denn eine Bewerbung zu schreiben? Bei uns in der Firma gibt es auch befristete Arbeitsverträge auf 2 Jahre. Ist der Chef zufrieden, wird nach den 2 Jahren der befristete gegen einen unbefristeten AV ausgetauscht. Intern werden bei uns nur Stellen ausgeschrieben, die es gilt neu zu besetzen, zum Beispiel wenn Chef nicht zufrieden war und der Mitarbeiter gehen muss, jemand kündigt oder ein neuer Arbeitsplatz entstanden ist.
    Ich lass mich gern belehren und wenn ich was falsch verstanden hab könnt ihr mir das gern sagen aber warum wird bei euch die Stelle ausgeschrieben und nicht einfach dein AV zu einem unbefristeten?
    Ich möchte dir auch nicht den Mut nehmen und drück dir beide Daumen, dass du die Stelle bekommst.


    Liebe Grüße vom Trueffel

  • Bei uns (öffentlicher Dienst) ist es so, daß die Stelle, die von einem Mitarbeiter mit befristetem Vertrag besetzt ist, aus Gründen der Gleichberechtigung ausgeschrieben werden MUSS. Der Personalrat hat dies so festgesetzt. Es ist total irrsinnig, aber hier Gang und Gäbe. Häufig war es schon so, daß eine ausgeschreibene Stelle dann doch von dem alten Mitarbeiter besetzt blieb. Ich finde es auch bekloppt, aber so besteht für mich wenigstens doch noch ein Fünkchen Hoffung. Ob man mit mir zufrieden war, interressiert in diesem Fall überhaupt nicht. Meinen Vorgesetzten hat man noch nicht mal danach gefragt.

  • Hallo Karin,


    ich war noch nicht in einer solchen Situation, kann also sein, dass meine Tipps eher ungeeignet sind.


    Ich persönlich würde ehrlich gesagt nichts anders machen als bei einer externen Bewerbung.
    Vielleicht im Anschreiben erwähnen, dass Du Dich auf die ausgeschrieben Stelle, die zur Zeit noch durch dich besetzt ist, bewirbst (Natürlich schöner formuliert, ist hier nur unrein).
    Im Anschreiben stelle ich (zumindest habe ich das immer gemacht und bisher nie negative Rückmeldung bekommen) immer kurz dar, warum ich für die Stelle geeignet bin (da gehören dann vielleicht auch kurz deine Seminare rein, um zu zeigen, dass du dich weiterbildest).
    Ich gestehe, dass ich Standardanschreiben, in denen steht, dass man teamfähig und flexibel und einsatzbereit ist, mich eher abschrecken (wir bekommen diese Bewerbungen auch). Natürlich wird das erwartet, dass man einsatzbereit etc. ist. Aber ich würde das eher an Beispielen deutlich machen und nicht nur solche "Floskeln" benutzen.


    Bekommst du denn ein Arbeitszeugnis? Wer schreibt das? Dein direkter Chef?
    Dann gehört das natürlich auch dort rein. Diejenigen, die entscheiden, sollten schon sehen, dass man mit dir und deiner Arbeit zufrieden ist.


    Wenn du magst kannst du mir ja deine Bewerbung per PN schicken und ich schau mal drüber (4 Augen sehen mehr). Oder du stellst sie ein (wenn du das magst, kann aber verstehen, wenn nicht).


    LG und viel Erfolg
    Nadine

  • Hab hier mal was formuliert. Wie findet Ihr das? Was würdet Ihr ändern oder ergänzen?


    Sehr geehrter Herr x,


    bereits seit Oktober 2004 bin ich nun in der Kreiskasse beschäftigt und bearbeite die Vollstreckungsangelegenheiten des Landkreises x.


    Die Tätigkeit macht mir sehr viel Spaß und nach einer langen Einarbeitungszeit verfüge ich mittlerweile über einen sehr guten Erfahrungsschatz. In diesem Fachbereich ist Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Bürgern wichtig und dieses konnte ich bereits oft unter Beweis stellen.


    Mit viel Engagement habe ich meine Arbeit stets gemeistert und natürlich auch einige Fortbildungsseminare zum Thema Zwangsvollstreckung sowie Insolvenzrecht besucht. Somit verfüge ich nunmehr über fundierte Kenntnisse in diesem Sachgebiet.


    Ich möchte mich gerne noch weiterbilden und meine Kenntnisse ausbauen, da mir die Beschäftigung in der Kreiskasse sehr am Herzen liegt.


    Durch meine nunmehr zweieinhalbjährige Erfahrung in diesem Fachbereich bin ich in besonderer Weise für die ausgeschriebene Stelle qualifiziert.


    Über baldige Nachricht von Ihnen freue ich mich.


    Mit freundlichem Gruß,

  • Zuerst einmal würde ich einen anderen Einstieg wählen. Ich würde mich auf die Stellenausschreibung beziehen. Sowie Susanne schrieb würde ich auch alle "nunmehr" "mittlerweile", aber auch "natürlich" streichen.
    Welche Anforderungen werden denn in der Stellenausschreibung genannt? Natürlich weißt du als Stelleninhaber sehr gut welche Anforderungen benötigt werden, aber irgendwie hört sich dein Schreiben ein wenig so an, als ob du es besser wüsstest als er, was vermutlich auch in der Tat so ist, aber dass würde ich nicht so schreiben.

  • Hallo Karin,


    in der Tat finde ich es ein wenig zu "umgangssprachlich".


    Den Einstiegssatz würde ich sehr förmlich machen.


    Sehr geehrter Herr X,


    hiermit bewerbe ich mich auf die ausgeschrieben Stelle als XXX (noch Datum der Ausschreibung dazu), die ich seit Oktober 2004 bis einschließlich 31.07.2006 befristet innehabe (vielleicht fällt hier jemandem etwas besseres ein, mir leider nicht).
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    Das mit dem Spaß ist schon wichtig, allerdings nicht gleich im zweiten Satz an erster Stelle. Auch das mit der langen Einarbeitungszeit hört sich komisch an. Bestimmt ist die auch für diesen Job wichtig, aber so würde ich es nicht schreiben.


    Vielleicht so:


    Nach einer intensiven Einarbeitungszeit verfüge ich über die notwendige Erfahrung in allen wichtigen Bereichen (vielleicht Tätigkeitsfelder aufzählen), vor allem habe ich während meiner Beschäftigung gelernt, wie wichtig das notwendige Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern ist.


    Da mir diese Tätigkeit /der Beruf/ etc. sehr viel Freude bereitet und ich mich intensiver mit den Inhalten auseinander setzen wollte, habe ich einige Fortbildungsseminare u.a. zum Thema Zwangsvollstreckung und Insolvenzrecht absolviert.
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    Vielleicht nimmst du noch etwas auf, dass du die Atmosphäre im Team sehr schätzt oder sowas in der Art (wenn es zutrifft natürlich) und das du gerne weiterhin das Team verstärken möchtest.
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    Den vorletzten Satz würde ich so lassen. Hört sich zwar sehr selbstbewusst an, aber ich denke, dass ist auch gut so. Immerhin ist dein Chef zufrieden mit dir und deiner Arbeit.
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    Der letzte Satz ist mir wieder zu salopp. Diesen würde ich ruhig "konservativer" formulieren.


    Für ein persönliches Gespräch stehe ich Ihnen natürlich jederzeit zur Verfügung.


    Oder so ähnlich.
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    Viel Erfolg
    Nadine

  • Vielen Dank! Mit Eurer Hilfe ist es doch noch eine brauchbare Bewerbung geworden. So werde ich sie jetzt wohl schreiben (auf eine förmliche Einleitung verzichte ich, da es bei uns absulut verpönnt ist Worte wie "hiermit" zu verwenden, da der Empfänger ja bereits im Betreff sieht, was man ausdrücken will):


    Sehr geehrter x,


    bereits seit Oktober 2004 bin ich in der Kreiskasse beschäftigt und bearbeite die Vollstreckungsangelegenheiten des x.


    Nach einer intensiven Einarbeitungszeit verfüge ich über den notwendigen Erfahrungsschatz in sämtlichen Bereichen der Zwangsvollstreckung. Insbesondere in diesem Fachbereich ist Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Bürgern sehr wichtig und dieses konnte ich bereits oft unter Beweis stellen.


    Da mir die Beschäftigung in der Kreiskasse sehr viel Freude bereitet und ich mich intensiver mit den Inhalten auseinander setzen wollte, habe ich einige Fortbildungsseminare zum Thema Zwangsvollstreckung und Insolvenzrecht absolviert. Somit verfüge ich über fundierte Kenntnisse in diesem Sachgebiet.


    Ich möchte die Tätigkeit sehr gerne weiterhin mit viel Engagement ausführen, da mir die Beschäftigung in der Kreiskasse sehr am Herzen liegt.


    Durch meine zweieinhalbjährige Erfahrung in diesem Fachbereich bin ich in besonderer Weise für die ausgeschriebene Stelle qualifiziert.


    Über baldige Nachricht von Ihnen freue ich mich und stehe Ihnen jederzeit für ein persönliches Gespräch zur Verfügung..


    Mit freundlichem Gruß,


    Für weitere Verbesserungsvorschläge bin ich natürlich noch offen. Ich gebe die Bewerbung ja erst morgen ab.

  • Hallo Karin,


    finde ich gut.
    Mir gefällt der erste Satz immer noch nicht. Aber da Du Deine Leute besser kennst...
    Wird das eine Bewerbung per Mail?
    Falls Du es in ausgedruckter Form abgibst, würde ich mir über das Anschreiben trotzdem noch ein paar Gedanken machen.
    Zumindest in meinem Bereich ist es eher unüblich geworden, dass man Betreff-Zeilen hat. Auch unsere kommunale Verwaltung macht das nicht mehr.


    Und die Formulierung:...sehr am Herzen liegt. finde ich nicht passend. Leider fällt mir selbst nichts besseres ein.


    LG Nadine

  • Ich kenne es nur so, dass seit ca. 2004 nicht mehr "Betreff" geschrieben wird, es aber durchaus noch die Betreffzeile gibt. Diese wird hervorgehoben durch z.B. Fettdruck.


    Gruß,
    Arielle

  • Hast Du die bewerbung schon abgegeben?


    Mir ist nämlich einiges aufgefallen und da ich vom "Fach" bin würd eich Dir gerne helfen. Melde dich doch per PN, wenn Du noch Verbesserungsvorschläge gebrauchen kannst.


    carabinchen

    Laßt alles bei Euch in Liebe geschehen!


    Standesamt: 19.10.2005
    Kirchliche Trauung: 27.05.2006

  • Also ohne Betreffzeile hab ich ja noch nie gehört, egal ob Mail oder Brief. Im Gegenteil, bei uns wird da regelrecht drum gerungen was man schreibt, damit der Kunde sich auf den ersten Blick orientieren kann und den Kram vor allem auch in ein paar Wochen noch wiederfindet. Gerade gestern gab es dazu noch mal eine Dienstanweisung.


    Ansonsten würde ich es noch ein bisschen schärfen (Floskeln wie am Herzen liegen oder Konjunktive raus) und am Ende zum Beispiel schreiben:
    Ich freue mich darauf, Sie in einem persönlichen Gespräch von meinen Fähigkeiten zu überzeugen. Mit freundlichen Grüßen

  • Klar gehört in eine Mail eine Betreffzeile... Das meinte ich auch nicht.


    Habe gerade eben wieder Briefe aufgemacht. Die meisten ohne Betreffzeile (dabei sogar ein Brief von der Bundeswehr und von versch. Firmen).
    Ich habe ja nicht gesagt, dass es generell so ist. Aber hier (also in meiner Gegend und meinem berufl. Bereich) scheint es sich so eingebürgert zu haben (zumindest zum Teil).


    Gruss
    Nadine

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