Spezielle Hochzeitsbräuche wie Hose verbrennen oder Schuhe annageln

  • Hallo


    Ich hatte zwar schon so einen ähnlichen Beitrag gefunden, aber leider keine genauen Antworten. Deswegen poste ich hier einfach noch einmal.


    Bei uns im "Norden" ist es üblich das auf dem Polterabend um 24:00 Uhr die Hose des Mannes verbrannt und die Schuhe der Frau an einen Baum genagelt werden. Das dient dazu das der Mann nicht mehr fremd geht da ja seine Junggesellenhose verbrannt wurde und die Frau nicht weglaufen kann, da ihr die Schuhe fehlen.


    Soweit ich weiß gibt es zu diesem schönen brauch auch bestimmte Sprüche die währenddessen aufgesagt werden. Kann mir dabei jemand helfen?? Ich habe leider keinen der Sprüche bisher finden können.


    Danke

  • HIHI, ich kann dir leider nicht wirklich weiterhelfen, weil ich diesen Brauch nicht kenne, aber ich finde ihn extrem lustig. Das muss ich mir doch gleich mal merken...


    Und übrigens: WILLKOMMEN IM FORUM! :wave:

  • Mein Mann kommt aus Nienburg, da haben wir auch schon die Hose verbrannt und eingebuddelt und die Schuhe angenagelt... (und ein Jahr später wieder ausgegraben und abgenommen), aber einen Spruch hat bislang keiner aufgesagt. Der Trauzeuge hat nur ein paar persönliche Worte gesagt.
    Ich hör mich aber nochmal um.
    Liebe Grüße....

  • Hallo und herzlich Willkommen!!!


    Also ich kenne den Brauch etwas anders:


    bei uns wird um Mitternacht auch die Hose des Mannes verbrannt und der BH der Frau. Das Paar muß dann dreimal über das Feuer springen. Die Asche wird dann mit einer Flasche Schnaps begraben, die dann bei einer kleinen (?) Feier ein Jahr später ausgegraben wird.


    Aber einen bestimmten Spruch hab ich bei dem ganzen Spektakel noch nie gehört. Würd mich auch mal interessieren. :)


    :wave:

  • Bei uns läuft das dann so ab das sich jemand als Pastor verkleidet und während des verbrennens, bzw. während des annagelns eine kleine "Predigt" hält. Das meine ich auch mit dem Spruch. Das reimt sich auch alles.

  • Den "Predigtext für die Junggesellenhose haben wir gefunden:


    Liebe Trauergemeinde!


    Es ist in dieser Runde schon öfters passiert,
    dass ein Junggeselle seine Hose verliert.


    Wir wollen heute in Trauer die heilige Hose, die Torben
    während seiner Junggesellenzeit trug, begraben.
    Sie soll uns Aufschluss und Zeugnis davon geben,
    was er in ihr erlebte.


    Und die Hose erzählt von seiner Kindheit.
    Dann kam die Jugendzeit und damit auch die Männlichkeit.


    Und der Teufel trat zu ihm und sprach:
    „Ich schenke Dir zu diesem Werke
    des Hengstes Kraft, des Stieres Stärke,
    des Ebers Ausdauer, des Spatzen Emsigkeit,
    von nun an bis in Ewigkeit!“


    Der heilige Geist verführte ihn in die Discos innerhalb der Gemeinde und über deren Grenzen hinaus.


    Da sprach Gott zu ihm, wie es steht im Korinthervers sieben:
    „Torben, Du sollst nur eine lieben!
    Höre auf mit der Vielweiberei
    und bleibe nur einer treu!
    Die schöne Zeit ist für Dich gewesen!
    Das kann man Dir von den Augen ablesen!“


    Die Junggesellenhose ist für Torben nun alter Trott,
    denn er hat jetzt seinen Weiberrock.


    Dem Schurken bleibt jetzt keine andere Wahl,
    auch wenn die Tränen fließen allemal.


    Der Treulose kann nur noch kläglich sagen:
    Ich hatte einen echten Kameraden!


    Lasset uns jetzt diese Hose und die Junggesellenzeit begraben und dem Acker Gottes anvertrauen.


    Es werde:


    Erde zu Erde
    Asche zu Asche
    und Staub zu Staub


    Lasset uns beten:


    Gesegneter Torben, Deine Ehe komme,
    Dein Junggesellendasein gehe,
    wie bei Tanja, so bei allen Frauen.


    Unser flüssig Brot gib uns heute,
    vergib uns unseren Durst,
    denn auch Du hast gesoffen.


    Drum führe uns nicht in Versuchung,
    sondern erlöse uns von dem Übel,
    denn Dein ist der Korn und das Bier
    in Herrlichkeit bis in Ewigkeit.



    P R O S T !




    Und für die Schuhe der Braut haben wir es folgendermaßen umgetextet:


    Andrea’s Schuh in meiner Hand,
    passten zu vielerlei Gewand.
    Sie trugen sie treu durch ihre Junggesellenzeit,
    doch auf für Drea ist es nun soweit.
    An Thomas will sie sich von nun an binden,
    und ohne diese Schuhe kann sie ihm nicht mehr entschwinden.


    Hammer, Nagel und eine starke Hand dafür Sorge tragen,
    dass die Schuh sich nicht mehr vom Flecke wagen.
    Drum starker Henker mach Dich ans Werk,
    so wie es dich dein Meister gelehrt.


    Lasset uns beten:


    Heilige Drea, eine gute Ehe komme,
    dein Junggesellendasein gehe,
    jetzt und auch im Rest deines Lebens.


    Gesunde Kinder schenke deinem Manne,
    und vergib ihm seine Triebe,
    denn auch du hast es getrieben.


    Denn dein ist die Macht,
    und die Schönheit in Ewigkeit


    AMEN

  • Also, bei der Hochzeit meiner Freundin letztes Jahr (in Zetel) haben die die Hose von Ihm und ihren BH verbrannt und eine Flasche Korn vergraben. Einen Spruch hat soweit ich weiß niemand aufgesagt (hätte auch glaub ich keiner mehr gekonnt... :beer: ). Mitte Mai haben wir dann genau ein Jahr später die Flasche wieder ausgegraben und nochmal gefeiert (wieder ohne Spruch) ;)
    Ich möchte das auf unserem Polterabend auch wohl gerne machen, auch weil man dann auch im nächsten Jahr einen super Grund hat nochmal so richtig zu feiern. Bei uns fängt es auch langsam an das dieser Brauch rüberschwappt (naja, wohne ja auch FAST im Norden).


    Lg


    Julia

  • Also, der Polterabend is nu gelaufen. Die beiden Texte sind sehr gut angekommen. Wurden auch 1A vorgetragen. Der "Prediger" hat zwischendurch die Gäste noch annimiert in dem er immer wieder sagte "Und darauf gebt mir ein Halleluja". War super witzig!!!!

  • Zu komisch, übrigens...


    Ich habe letzte Woche hier im Forum das erste Mal überhaupt von diesem Brauch gehört (wir in Berlin haben's ja nicht so mit Bräuchen).


    Am Samstag waren wir auf dem Polterabend eines Freundes. Nun muß ich dazu sagen, mein Ex-Freund ist vor ein paar Jahren nach Norddeutschland ins Alte Land gezogen, seine Freundin kommt aus MVP. Irgendwann meinten die beiden dann, wir müssen doch jetzt mal die Hose des Bräutigams verbrennen und die Schuhe der Braut an einen Baum nageln.


    Es kannte wirklich keiner der Anwesenden (alles Berliner und ein paar aus Hannover) diesen Brauch - außer mir :D


    War natürlich etwas kompliziert, weil das Brautpaar nicht darauf vorbereitet war (den Brauch gibt's ja bei uns nicht) und entsprechend keine alten Sachen anhatten. Nach einigem hin und her haben die beiden sich vorher klammheimlich verdrückt und die Klamotten gewechselt.


    So kam es also dazu, daß wir hier in Berlin diese Tradition eingeführt haben!


    Nächstes Jahr wird dann die vergrabene Flasche Vodka gerunken ;)

  • Bei uns wird das auf dem JGA jeweils gemacht, bei den Männern die Hose, bei den Mädels der BH.


    Dazu gibt es ein Abschiedslied, und Fürbitten. Genau ein Jahr danach wird der Schluck wieder ausgebuddelt und gefeiert :D

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