Kindergeld für mich - Wo finde ich Gesetze/Durchführungsverordnungen?

  • Hallo,


    ich habe eine Frage bezüglich des Kindergeldes und hoffe auf Tipps von betroffenen Eltern / Kindern / Sachkundigen.


    Es geht um Kindergeld für mich. Im Januar 2006 habe ich meine Diplomarbeit abgeschlossen und sofort danach mit der Promotion begonnen. Ab Mai 2006 erhielt ich dann ein Promotionsstipendium. Ebenfalls im Mai 2006 wurde ich 25 Jahre alt. Bis Mai habe ich bzw. haben meine Eltern auch noch Kindergeld erhalten.


    Dieses Kindergeld fordert die Kindergeldkasse nun zurück mit der Begründung, dass ich im Kalenderjahr 2006 über dem Freibetrag für Einkünfte und Bezüge i.H.v. 7680,00 Euro lag.


    Das Stipendium wurde insgesamt von der Kindergeldkasse um einen Pauschalbetrag i.H.v. 180 Euro gekürzt ("Kostenpauschale"). Nun habe ich jedoch im Bundeskindergeldgesetz und Einkommensteuergesetz den Satz gefunden, dass die Einkünfte und Bezüge zu kürzen sind, "soweit es nach den Verhältnissen im Wohnsitzstaat des Kindes notwendig und angemessen ist.".


    Diese Formulierung finde ich ja mehr als schwammig. Was ist denn bitte notwendig oder angemessen im Sinne meiner Ausbildung?


    Ich habe nun schon im Internet herumgesucht, aber leider finde ich nichts wirklich Verbindliches. In Foren wird des öfteren geschrieben, dass bspw. Krankenversicherungsbeiträge solche Kosten sind. Wenn dem so wäre, wäre ich bereits unter dem Freibetrag und müsste mir keine Sorgen mehr machen... Aber ich suche noch etwas Zitierbares für den Widerspruch, wo steht, was genau mit solchen Kosten gemeint ist. Ich wage ja fast nicht zu hoffen, aber vielleicht kann mir jemand von Euch helfen?


    Vielen Dank und liebe Grüße

  • Vielen Dank; hart zu lesen. Inzwischen habe ich herausgefunden, dass Semesterbeiträge nicht abzugsfähig sind, Studiengebühren aber schon (nur "leider" musste ich keine zahlen).


    Ich habe auch ein Urteil vom BFH gefunden. Demnach wären schonmal Krankenversicherungsbeiträge abziehbar:
    http://www.bundesfinanzhof.de/…esse/pr2007/presse7.html.


    Wie war das mit den Fahrten zur FH oder allgemein zum Ausbildungsplatz. Musstest Du die nachweisen? Oder vielleicht Fahrten zum Elternhaus am Wochenende? Da wäre bei mir vielleicht noch was drin... Allerdings habe ich Blödel keinerlei Belege aufgehoben X(

  • Ich denke mal, dass die Fahrten über die Entfernungspauschale abzurechnen sind.


    Ich meien, dass mein Vater z.B. den Anspruch auf Kindergeld für meine Brüder mit dem jeweiligen Steuerbescheid (und dem darin angegebenem EInkommen) begründet hat.
    Soviel ich weiß, ist er damit durchgekommen.

  • ja genau über die Entfernungspauschale. Da ich 35 km einfache Richtung gefahren bin und damals ja noch alles ab dem ersten Kilometer galt, kam da einiges zusammen. Auch habe ich alles Quittungen für Bücher etc. gesammelt.

  • Den Steuerbescheid habe ich auch abgeben und steuerlich ist das Stipendium auch nicht relevant. Die Kindergeldkasse allerdings nimmt als Grundlage nicht nur das Einkommen, sondern auch die Bezüge; und das Stipendium zähl in vollem Umfang zu den Bezügen.


    Da 2006 auch noch die Fahrt zum "Arbeitsplatz" komplett ansetzbar war, könnte ich da auch nochmal etwas rausholen... WENN ich Tankbelege gesammelt hätte :rolleyes:
    Allerdings habe ich auch schon irgendwo gelesen, dass Werkstatt-Rechnungen, auf denen der Kilometerstand vermerkt ist, anerkannt worden seien. Aber ich denke, das liegt alles auch irgendwie im Ermessensspielraum des Bearbeiters. Ich könnt mir jetzt echt in den A... beißen, dass ich keine Tankbelege gesammelt habe.


    Ich habe ein Buch gekauft, aber Rechnung habe ich dazu keine mehr. Allerdings habe ich es über Amaz*n gekauft, d.h. die haben vom Konto abgebucht. Ob es wohl recht, wenn ich den entsprechenden Kontoauszug kopiere? Ansonsten hatte ich alle Bücher am Lehrstuhl zur Verfügung.


    Ist denn ein Notebook, das ich mir schon 2004 gekauft habe, also mitten im Studium, im Jahr 2006 noch als studienbezogene Kosten abziehbar (weder in den Jahren 2004 noch 2005 hatte ich Steuererklärungen gemacht, d.h. es wurde noch nicht angesetzt)? Ich denke, wenn das steuerlich abziehbar ist, dann müsste es die Kindergeldkasse auch akzeptieren.

  • Wie gesagt, ich bin der Meinung, die Kilometer der Steuererklärung müssen sie dir auch so anerkennen mit der Pauschale als Werbungskosten, Tankbelege waren bei uns nie notwendig (zumal ich mit den öffentlichen gefahren bin). Bei dem Buch denke ich schon, dass die Kosten auf dem Kontoauszug reichen (evtl. kann Ama*on auch noch eine Rechnungskopie erstellen).
    Also auch wenn sie mehr Einnahmen anrechnen als bei der Steuererklärung müßten sie die Ausgaben trotzdem danach nehmen (bis auf wenige Ausnahmen, wie Semesterbeiträge, wobei davon Semesterticket auch anzurechnen ist).

  • Zitat

    Original von MundI


    Ist denn ein Notebook, das ich mir schon 2004 gekauft habe, also mitten im Studium, im Jahr 2006 noch als studienbezogene Kosten abziehbar (weder in den Jahren 2004 noch 2005 hatte ich Steuererklärungen gemacht, d.h. es wurde noch nicht angesetzt)? Ich denke, wenn das steuerlich abziehbar ist, dann müsste es die Kindergeldkasse auch akzeptieren.


    Ja, da Wertgegenstände über 350 € (meine ich), über mehrere Jahre abgesetzt werden. Allerdings wir max. 50% des Wertes als beruflich anerkannt.


    Ob die Abbuchungen von Deinem Konto bei dem Buch reichen, meine ich zu bezweifeln, da auch das berühmte "Fachbuch" nicht mehr anerkannt wird. Aber vielleicht kann Dir Ama ja noch mal eine Rechnung ausstellen?


    Bist du denn mit dem Auto oder mit den öffentlichen zur Uni gefahren? Tankbelege brauchst du meines Wissens nach nicht, sondern kannst (einfach) die 30 cent ansetzen.


    Lg nina

  • Zitat

    Original von susannea
    (bis auf wenige Ausnahmen, wie Semesterbeiträge, wobei davon Semesterticket auch anzurechnen ist).


    Oh, das ist ja interessant; das Semesterticket beläuft sich immerhin auch noch 80 €... Und diesen Beleg habe ich noch!


    Zitat

    Original von Traumkleid
    Ja, da Wertgegenstände über 350 € (meine ich), über mehrere Jahre abgesetzt werden. Allerdings wir max. 50% des Wertes als beruflich anerkannt.


    Ob die Abbuchungen von Deinem Konto bei dem Buch reichen, meine ich zu bezweifeln, da auch das berühmte "Fachbuch" nicht mehr anerkannt wird. Aber vielleicht kann Dir Ama ja noch mal eine Rechnung ausstellen?


    Aber bei den ausbildungsbedingten Sonderkosten (oder wie das auch immer heißt) kann man sowas doch komplett ansetzen? Das Notebook habe ich in der zweiten Jahreshälfte 2004 gekauft; 1100 Euro hat es gekostet, d.h. ich könnte für mind. 180 Euro abziehen. Das wäre gut, denn diese Rechnung habe ich noch ^^



    Zitat

    Original von Traumkleid
    Bist du denn mit dem Auto oder mit den öffentlichen zur Uni gefahren? Tankbelege brauchst du meines Wissens nach nicht, sondern kannst (einfach) die 30 cent ansetzen.


    Im ersten Halbjahr bin ich mit dem Auto gefahren. Ab dem zweiten Halbjahr bin ich dann näher zur Uni hingezogen. Ab dann bin ich auch oft gelaufen. Aber wie gesagt - keine Tankbelege, Fahrtenbücher o.ä. :O

  • Zitat

    Original von MundI
    Im ersten Halbjahr bin ich mit dem Auto gefahren. Ab dem zweiten Halbjahr bin ich dann näher zur Uni hingezogen. Ab dann bin ich auch oft gelaufen. Aber wie gesagt - keine Tankbelege, Fahrtenbücher o.ä. :O


    HAst du es denn mit der Pauschale schon versucht? Wie gesagt, ich kenne es überhaupt nicht, dass man dafür Belege braucht, denn die Entfernung ist ja gut nachprüfbar und im Zweifelsfall der Stundenplan auch!

  • Probiert habe ich noch gar nichts. Ich wollte vorher einigermaßen sichergehen, dass die mir nicht eh alles wegstreichen, weil es zu abwegig ist.


    Allerdings bin ich mir unschlüssig, ob ich Semesterticket UND Autofahrten ansetzen soll? Auf der anderen Seite wird man ja zum Semesterticket gezwungen, auch wenn ich praktisch nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln sondern mit dem Auto fahre, bezahlen muss ich es dennoch. Insofern müsste doch beides ansetzbar sein?


    Vielen Dank noch einmal!

  • Nochmal ich :)


    bei Amaz*n in den vergangenen Käufen ist mein Buch aufgelistet und ich kann die Bestellübersicht auch ausdrucken. Meint Ihr, die Bestellübersicht samt Kopie des Kontoauszuges könnte reichen?
    Ich hab denen nun auf jeden Fall auch einmal gemailt, ob sie mir nicht noch einmal die Rechnung schicken können *hoff*


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    Ansonsten sähe meine Kostenauflistung folgendermaßen aus
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    Kosten / besondere Ausbildungskosten, um die die Einkünfte und Bezüge zu mindern sind


    1) Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung (siehe Kopie der Aufnahmebestätigung mit dem damals gelten Beitrag) für 8 Monate
    ca. 56,62 € x 8 Monate = 452,96 € im Kalenderjahr 2006
    Nach Urteilen vom Bundesfinanzhof vom 16.11.06 (III R 74/05) und vom 14.12.06 (III R 24/06) mindern Beiträge zu einer freiwilligen gesetzlichen oder privaten Krankenkasse die Einkünfte des Kindes (http://www.bundesfinanzhof.de/www/presse/pr2007/presse7.html). Denn Aufwendungen des Kindes zu einer (Mindest-)Vorsorge für den Krankheitsfall sind unvermeidbar und stehen deshalb ebenso wenig wie die Sozialversicherungsbeiträge zur Bestreitung des Lebensunterhalts oder der Ausbildung zur Verfügung und können deshalb nicht zu einer finanziellen Entlastung der unterhaltsverpflichteten Eltern führen.


    2) 14-tägliche Heimfahrten meiner Tochter vom Ort des (Promotions-) Studiums zu Ihrem Lebensmittelpunkt bei der Familie
    Laut map24.de beträgt die einfache Kilometerzahl 28,66 km;
    26 Heimfahrten x 28,66 km = 745,16 km
    Entfernungspauschale laut EStG im Jahr 2006: 0,3 €/km
    Insgesamt somit 745,16 km x 0,3 € = 223,54 € im Kalenderjahr 2006
    Siehe DA-FamEStG 63.4.2.8 (2), Aufwendungen für die Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungsstätte.


    3) Fahrten zwischen der Wohnung und der Universität:
    Bis Juni 2006 einfache Fahrtstrecke 2,64 km, im Juli 2006 Umzug, Universität ab dann gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar
    2,64 km/Tag x 115 Tage x 0,3 €/km = 91,08 € im Kalenderjahr 2006.
    Siehe DA-FamEStG 63.4.2.8 (2), Aufwendungen für die Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungsstätte.


    4) Semesterticket für den Öffentlichen Nahverkehr, das bei der Rückmeldung miterworben werden muss. 38,70 € x 2 Semester = 77,40 €
    Siehe DA-FamEStG 63.4.2.8 (2), Aufwendungen für die Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungsstätte


    5) Fachbuch für das (Promotions-) Studium "Econometric Theory & Methods" für 59,95 €
    Siehe DA-FamEStG 63.4.2.8 (2), Bücher, die für die Ausbildung benötigt werden.


    ----


    Hört sich das plausibel an?

  • Das klingt bis auf den Punkt 3 Klasse, weil es vollkommen egal ist, womit du die Uni erreichst, du kannst (mienes Wissens nach) immer die Entfernungspauschale angeben, selbst wenn du zu Fuß gehst oder mit dem Fahrrad fährst.
    Und das mit dem Buch sollte sicherlich reichen, denn damit ist ja der Titel auch klar und mit dem Semesterticket verhältes sich so, wie du sagst, du wirst dazu gewzwungen, aber nicht dazu gezwingen es auch zu nutzen ;)

  • Also dann, neuer Punkt


    3) Fahrten zwischen dem Erstwohnsitz und der Universität:
    Bis Juni 2006 einfache Fahrtstrecke 2,64 km, ab Juli 2006 einfache Fahrtstrecke 1,23 km
    2,64 km/Tag x 115 Tage x 0,3 €/km + 1,23 km/Tag x 118 Tage x 0,3 €/km = 91,08 € + 40,00 € = 131,08 € im Kalenderjahr 2006.
    Siehe DA-FamEStG 63.4.2.8 (2), Aufwendungen für die Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungsstätte




    Außerdem habe ich nun noch ein Urteil des Düsseldorfer Finanzgerichts gefunden, wonach die Semesterbeiträge doch abzugsfähig wären. Ist noch ganz frisch (Juni 2008), daher weiß ich nicht, ob ich das für 2006 heranziehen kann, um die gesamten Semesterbeiträge abzuziehen? Siehe Urteil, *=w.

  • Zitat

    Original von MundI
    Außerdem habe ich nun noch ein Urteil des Düsseldorfer Finanzgerichts gefunden, wonach die Semesterbeiträge doch abzugsfähig wären. Ist noch ganz frisch (Juni 2008), daher weiß ich nicht, ob ich das für 2006 heranziehen kann, um die gesamten Semesterbeiträge abzuziehen? Siehe Urteil, *=w.


    Klar kannst du es heranziehen, denn besser zuviel als zuwenig angeben. Nicht berücksichtigen können sie es immer noch. Außerdem wird sich das Urteil auch nicht auf 2008 sondern früher beziehen (denn es dauert ja immer bis sowas zustande kommt).


    Klingt jetzt gut, denke ich.

  • Zitat

    Original von susannea
    Das klingt bis auf den Punkt 3 Klasse, weil es vollkommen egal ist, womit du die Uni erreichst, du kannst (mienes Wissens nach) immer die Entfernungspauschale angeben, selbst wenn du zu Fuß gehst oder mit dem Fahrrad fährst.
    Und das mit dem Buch sollte sicherlich reichen, denn damit ist ja der Titel auch klar und mit dem Semesterticket verhältes sich so, wie du sagst, du wirst dazu gewzwungen, aber nicht dazu gezwingen es auch zu nutzen ;)


    Stimmt, unter 20 km Entfernung ist es egal, wie du die Strecke zurücklegst. Da gibt es irgendwo ein Urteil, dass ich jetzt aber nicht raus suche :D

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