Myom-OP, Edit S.3, Beitrag 21: Blutungen nach 4 Wochen, so normal???

  • Hallo Mädels,


    meine FÄ hat mir eine Myom-Entfernung empfohlen, da dieses eine Wachstumstendenz aufweist und bei evtl. Kinderwunsch (da bin ich mir allerdings seit einiger Zeit nicht mehr so sicher, ob ich wirklich Kinder möchte).
    Jedenfalls drängt es zumindest schonmal nicht. Schatz meint allerdings, wir sollten uns die Chance auf Kinder vielleicht nicht verbauen, nur weil ich mich vor der OP drücken möchte (dass ich mir beim Kinderwunsch nicht mehr so sicher bin, hat allerdings nichts mit der OP zu tun, zumindest nicht in erster Linie).
    Wie auch immer, nachdem ich letzte Woche dann was von Bauchschnitt, 2-3 Wochen Krankschreibung, ca. 1 Woche Krankenhaus und 6 Wochen eingeschränkter Alltag (nicht mehr als 5 kg heben, nicht baden... ) gehört hab, ist mir ganz anders geworden. Abgesehen davon, dass ich keine Ahnung hab, wo ich diesen "Ausfall" auf Arbeit einschieben könnte und dass dies auch Einfluß auf die Urlaubsplanung hätte (wegen nicht baden), hab ich panische Angst vor Ärzten und allein der Gedanke, das Krankenhaus nicht als Besucher (und das reicht mir schon völlig) nach kurzer Zeit verlassen zu können, verursacht mir Schweißausbrüche und Panikattacken.
    Jetzt wüßte ich gerne von euch, wie eure Erfahrungen sind, wie aufwändig ist die OP, wie schmerzhaft und wie ist der Verlauf des "Genesungsprozeßes", wie schaut es mit der Narbe? Ich weiß, dass jeder da ein anderes Empfinden und einen anderen "Krankheits- bzw. Genesungverlauf" hat... aber ich wüßte ganz gerne, was da evtl. auf mich zukommen kann, wenn ich es denn machen lasse.
    LG

  • Hallo Imani,


    ich kann Dir ein wenig berichten.
    Bei mir wurde vor einigen Jahren ein Myom festgestellt, dann waren es mehr, Beobachtung alle 6 Monate, und vor zwei Jahren meinte die Ärztin, das Wachstum nehme noch mehr zu, es würde ihr zu gefährlich. Ich solle operieren lassen. Mittlerweile waren es sechs Myome, ein großes und fünf kleinere.


    Meine Ärztin hat mir Termine in den beiden Unikliniken hier in München gemacht, wo ich mich weiter beraten lassen sollte. Von Anfang an hatte ich nach intensivem Recherchieren im Internet darauf gedrängt, dass die OP laparoskopisch gemacht werden sollte. Man versprach mir in der ersten Klinik, es zu versuchen. Ich sollte aber unterschreiben, dass während der OP auch zu einem Bauchschnitt umgeschwenkt werden könne, falls es nötig sei. Und so richtig gut aufgehoben fühlte ich mich auch nicht.


    Ich habe mir dann die Adressen von mehreren Tageskliniken herausgesucht, die die OP ambulant und dadurch in jedem Fall laparoskopisch durchführen wollten. Schon die erste Klinik war ein Volltreffer. Sehr nettes, ausführliches Gespräch; das Versprechen, dass die OP auch bei mir minimalinvasiv klappen würde. O-Ton Arzt: In einer Klinik operieren halt nicht nur die Ärzte, die das schon jahrelang machen. Außerdem ist die Infrastruktur für die Versorgung nach einer großen Bauch-OP da. Es braucht schon Übung, um das in der gebotenen Zeit durchzuführen.


    Die Anästesistin wär die nächste positive Überraschung. Ein so ausführliches und einfühlsames Narkosegespräch hatte ich noch nie. Als ich ihr das sagte, meinte sie nur: "Wir wollen ja auch, dass sie abends wieder nach Hause gehen können. Da muss schon alles passen."


    Den Termin in der zweiten Uniklinik habe ich nicht mehr wahrgenommen. Meine Frauenärztin war von meiner Wahl alles andere als begeistert (im Nachhinein stellte sich heraus, dass es eher aus Unkenntnis der Möglichkeiten war), ich lies es mir aber nicht ausreden.


    Ergebnis: Ich würde diese OP (und alle anderen, bei denen es irgendwie möglich ist) nur noch ambulant durchführen lassen. Voraussetzung ist jedoch, dass man sich danach zu Hause schonen kann (und will) und jemanden hat, der in der Wohnung bleibt. Das muss man für die erste Nacht sogar schriftlich bestätigen. Abgeholt muss man natürlich auch werden. Die Arzthelferinnen gaben mich erst "frei", als mein Mann im Wartezimmer stand und mich zum Auto brachte.


    Am Abend nach der OP (Freitag) ging´s mir halt der Vollnarkose wegen entsprechend. Der Kreislauf wird schon arg mitgenommen. Die OP dauerte doch ein wenig länger als geplant. Die Anästestin meinte, der Chirurg hätte sich schon alle Mühe geben müssen mit mir.


    Am Wochenende hatte ich hautpsächlich Schmerzen unterm rechten Schlüsselbein wegen des Gases, das zur OP in den Bauchraum geleitet werden muss. An der Narbe eigentlich nicht. Außerdem wird man mit Notfalltelefonnummer und Schmerzmitteln versorgt, bevor man entlassen wir. Nachdem ich am Samstagnachmittag dann vorsichtig mit meinem Mann einkaufen gegangen war, wurde es aber besser. Bewegung hilft definitiv.


    Eine Woche war ich krank geschrieben, an deren Ende ich aber schon wieder auf dem Fahhrad saß. War eigentlich eher wie Urlaub zu Hause. Ich hatte eine Narbe von ca. 4-5 cm über dem Schambein und zwei kleine Löchlein im Nabel und in der Leistengegend von den Instrumenten. Duschen durfte ich sofort wieder mit Pflastern drüber. Die musste ich halt danach wechseln. Schwer heben, baden gehen und Sonnenbaden war für 10 Tage verboten. Danach sollte ich noch mit schweren Gegenständen aufpassen.
    Das lästigste war so eine Art "Wochenfluss" bis ca. 1 Woche nach der OP, während der Tampons verboten waren. Nach zwei Tagen reichten aber Gott sei Dank Slipeinlagen.


    Und drei Wochen nach der OP habe ich geheiratet. :)



    Also nur Mut. Es geht, eine Myom-OP ambulant durchzuführen, auch wenn manche Ärzte und Kliniken das Gegenteil behaupten. Im Internet gibt es Übersichtsseiten mit Klinikadressen. Und man muss als Patient diszipliniert genug sein, sich zu schonen (das Umfeld muss einem diese Schonung natürlich auch lassen :wave: zu den Mamis mit Kleinkindern.
    Außerdem darf man keine Angst davor haben, die Nacht nach der OP ohne Arzt in der Nähe zu verbringen. Manchen ist das nicht geheuer.

  • Hallo Imani


    bei mir musste die ganze Gebärmutter raus, weil ich ein Myom von 1,7 kg in mir rumschleppte. Soviel zu Abneigung gegen Ärzte und deshalb vorher nie beim Frauenarzt gewesen - ein kleineres Myom wäre sicher leichter zu entfernen gewesen. Ach ja, meines hatte auch lauter "Junge" drumrum.
    Aber: ich war nach 6 Tagen raus aus dem KH.
    Allerdings war ich wirklich *grübel* 6 oder 7 Wochen krankgeschrieben, und die brauchte ich auch. Zu Beginn konnte ich exakt 500 Gramm tragen. Nur wie gesagt, meine OP war wirklich gross und aufwändig, bei dir würde ja nur das Myom entfernt.


    Hat deine Frauenärztin dir verschiedene Varianten vorgeschlagen? Oder zumindest gesagt, ob auch eine andere OP möglich wäre (ich dachte, es gibt auch eine Möglichkeit ohne Schnitt)? Wie gross ist das Myom denn momentan?


    Wäre ich nicht so "arztfaul" und antriebslos gewesen hätte ich vermutlich heute meine Gebärmutter noch (wobei ich zugeben muss, dass ich der Menstruation nicht nachtrauere, und unsere Kinderplanung war abgeschlossen).


    Ich an deiner Stelle würde mich intensiv informieren, zB. Bücher aus der Bücherei holen, Fragen notieren, Ärztin mit diesen löchern.
    Und danach entscheiden.



    LG Irene
    PS: wegen Ausfall auf Arbeit: wenn du das Bein brichst, fällst du auch wochenlang aus. Wenn du eine langwierige Krankheit entwickelst ebenfalls. Diese OP ist immerhin planbar, also mach dir um den Arbeitsausfall keine Gedanken.

  • Ich hatte das auch schon. Gar lange nicht so groß wie bei Irene und auch nur eins. Es war aber trotzdem hinderlich für unseren Kinderwunsch.
    Ich habe es ambulant machen lassen. War bei mir wirklich nicht schlimm. Gegen 14 Uhr konnte ich schon wieder abgeholt werden. Und am Abend war ich sogar noch bei einer Freundin zum essen eingeladen.
    Es wurde allerdings auch kein Bauchschnitt gemacht, sondern vaginal.


    Irene
    echt 1,7kg 8o


    p.s. was ist eigentlich "laproskopisch"?

  • Liebe Imani,


    ich versuche dir das mal aus der Sicht des OP-Teams zu schildern - selbst wurde ich an der Gebärmutter noch nie operiert, aber ich stehe mind. 2-6 Stunden am Tag am OP-Tisch im gynäkologischen OP...


    Also, zunächst zur Notwendigkeit der OP / Kinderwunsch:


    Myome sind gutartige Muskelknoten, die bei 20-30% aller Frauen über 30 vorkommen. Normalerweise kein Grund zur Sorge, aber wenn die Myome schnell wachsen, sollten sie raus. Zum einen um auszuschließen, dass etwas "böseres" dahinter steckt, zum anderen, damit es nicht zu verstärkten Blutungen, Schmierblutungen, Schmerzen oder Verdrängung von anderen Organen im Bauch kommt. Was den Kinderwunsch angeht - ein Myom muss nicht unbedingt ein Grund für ungewollte Kinderlosigkeit sein. Nur ist es leider oft so, dass das Embryo dann Schwierigkeiten hat sich einzunisten. Vor ein paar Wochen, haben wir aber eine Frau entbunden die ein 9cm-Myom hatte - sie konnte aber leider keine Wehen entwickeln, die stark genug für die Geburt wären und es musste ein Kaiserschnitt gemacht werden. Ob's am Myom lag, wissen wir nicht.


    Zum Operationsverfahren / Narbe:


    Ob die Op ambulant und Laparoskopisch (d.h. Schlüssellochchirurgie) gemacht werden kann, hängt von vielen Faktoren ab, z.B. wo das Myom sitzt, wie groß es ist, was sonst noch im Bauch für Verhältnisse herschen (Verwachsungen o.ä.). Wenn diese Faktoren dünstig sind, kann man es sicherlich laparoskopisch machen. Wenn nicht, wird ein kleiner Querschnitt am Bauch gemacht - wie bei einem Kaiserschnitt, in der Bikini-Zone. Übrigens würde ich eher Kliniken misstrauen, die es dir garantieren, auf keinen Fall auf einen Bauchschnitt umzusteigen, wenn die während der OP merken, dass es laparoskopisch nicht geht. Man kann verwachsungen eben nicht voraussagen, solange man nicht in den Bauch hineingeguckt hat...


    Übrigens, Krankenhaus-Angst hin oder her - lange herausschieben würde ich die OP nicht - letzte Woche haben wir eine Frau operiert, sie 3(!)kg-Myom hatte! Die Gebärmutter ging bei ihr bis unter den Rippenbogen! Als wäre sie hochschwanger! War eine Riesen-Op mit viel Blutverlust... Je kleiner das Myom ist, desto weniger muss man machen, der Schnitt ist kleiner, du hast weniger Schmerzen und erholst dich schneller...

    [align=center]Look after my heart - I've left it with you...

    Edited once, last by Peony ().

  • 3 kg 8o - bei mir hiess es schon "ein halbes Baby"!
    Ich hatte halt fast keine Beschwerden, fühlte mich nur müde und schlapp, aber ich dachte das liegt an der mangelnden Fitness. Als mir die nette junge Dame in der Praxis den Bluttropfen vom Finger genommen hatte und mit der Flüssigkeit gemischt hatte, um den Eisengehalt im Blut zu bestimmen, dachte sie, sie hätte etwas falsch gemacht. Beim dritten Mal war sie dann doch überzeugt, dass die Flüssigkeit klar bleibt und der hb bei 5,6 lag.
    Ich musste erst mal 6 Monate lang blut- bzw. eisenmässig aufgepäppelt werden, bekam Spritzen, damit ich keine Blutungen mehr hatte.


    Daher: je kleiner und früher um so lieber, wenn die Ärztin wirklich meint, dass das Teil wachsen könnte.


    LG Irene
    Peony: mich würde interessieren, ob im Rahmen des Kaiserschnitts dann auch gleich das Myom entfernt wurde? Wäre doch sinnvoll, damit es nur einen Schnitt braucht.
    Bei mir wurde übrigens gleich der Blinddarm entfernt, darüber bin ich auch sehr froh.

  • IreneCH: nein, das Myom haben wir beim Kaiserschnitt drin gelassen - bei einer Gebärmutter, die gerade schwanger war macht man sowas nicht - sie ist dafür zu gut durchblutet. Das Risiko für eine starke Blutung während der OP oder für eine Nachblutung wäre zu groß, da kann man nähen wie man will... Aus dem selben Grund führt man auch keine Gebärmutterentfernungen beim Kaiserschnitt durch. Nur eine Sterilisation (Unterbindung der Eileiter) macht man auf Wunsch mit. In unserer Klinik macht man auch den Blinddarm nicht unnötig mit weg, nur weil man den Bauch einmal auf hat...

  • Danke Peony.
    Wg. Blinddarm: das lief ein wenig unglücklich, weil die Ärztin mir das vorher nicht gesagt hatte, und sie hat sich auch entschuldigt. Aber ich war früher öfter mal in sehr einsamen Gegenden unterwegs und bei jedem Ziepen in der Bauchgegend macht frau sich Sorgen, weil der Notarzt=Flying Doctors dort einige Stunden braucht, bis er beim Patienten ist. Daher war mir die Blinddarmentfernung sehr recht. Ich war auch nicht mehr sooo jung, doch schon 35.


    LG Irene

  • Ich würde es schnellstens entfernen lassen, egal ob Kinderwunsch besteht oder nicht. Mit so einer Zeitbombe im Bauch (denke dabei an Vermehrung durch Tochtergeschwülste) kannst Du doch nicht auf Dauer leben.


    Ich rede auch nicht wie der Blinde von der Farbe. Ich habe die so genannte Wertheim-Op hinter mir, die größte Unterleibsoperation überhaupt, bei der die Gebärmutter, Eierstöcke, Bauchnetz und etliche Lymphknoten entfernt wurden. Ich habe keine Ahnung, ob dabei auch der Blinddarm entfernt wurde. Nicht genug damit wurde mir auch noch 30 cm Dickdarm entfernt. Mein Krankenhausaufenthalt dauerte 10 Tage und 6 Wochen danach bin ich wieder zur Arbeit gegangen. Bezüglich der Narbe habe ich Glück gehabt. Es wurde quer geschnitten und sie ist total unauffällig.


    Nur Mut!


    LG
    Wally

  • Meiner Mutter wurden letztes Jahr einige Myome entfernt.
    Sie war viele Jahr nicht beim Frauenarzt und hat dann auf einmal ganz starke Blutungen bekommen, die auch gar nicht mehr aufhören wollten. Dann wurden Myome festgestellt. Zuerst musste sie zu einer Ausschabung, bei der man hoffte, dass man die Myome entfernen kann. Aber alles konnte man nicht entfernen und somit wurde ihr die Gebärmutter entfernt (ich nehme mal an auch die Eierstöcke, weis ich gar net).

  • Hallo Mädels,


    danke schonmal für eure Infos. Scheint so, als würde ich nicht um die Geschichte rumkommen ;)
    Das Argument "wenn es größer wird, wird es evtl. komplizierter" ist schon ein gutes Argument. Wie groß meins ist, weiß ich gar nicht. Sie sagte halt, dass es nicht drängt, sie es aber eben bei Kinderwunsch empfehlen würde.
    Sie war auch diejenige, die mir die Infos wegen Bauchschnitt gab. Vielleicht frag ich da im Krankenhaus /den Krankenhäusern aber auch erst nochmal nach... nur möchte ich halt auch nicht von einem Frauenarzt zum nächsten rennen, weil ich echt jedesmal, wenn ich hin muss wirkliche Panikattaken bekomme und es mich unglaublich viel Überwindung kostet hinzugehen und mich "frei zu machen" ... und das reicht mir schon völlig bei meiner Ärztin... der Gedanke an fremde Ärzte (gar männlich)... *graus!!!
    Nunja, mal sehen. Ist eben auch von der Terminierung so kompliziert... eben weil ich weiß, was demnächst so auf Arbeit anliegt und ich da nicht weiß, wann ich mich geschickt für ein paar Wochen empfehlen kann und auch wegen dem Urlaub... am liebsten im März in die Sonne... aber wenn ich nicht baden darf, ist das auch für die Füße.... :(
    Ich weiß, ich weiß, wenn man will findet man immer und für alles Ausreden ;)
    Ich werd mich also weiter schlau machen.
    Für weitere Infos bin ich nach wie vor dankbar!
    ...und vielen Dank auch für die Infos bzgl. ambulanter Eingriffe. Mal sehen ob und wo sowas hier bei uns in der Gegend möglich ist.
    Liebe Grüße und einen schönen Abend!

  • Die Embolisation wird gerade bei Kinderwunsch eher nicht empfohlen. Es kann immer sein, dass man die Blutzufuhr zur Gebärmutter zu sehr unterbindet und diese dann möglicherweise später nicht mehr genug für ein heranreifendes Kind liefern kann, und ein Versagen der Ovarien nach Embolisation ist auch nicht ausgeschlossen.


    Kennt denn jemand die Kriterien für Größe und Lage der Myome, die eine Schwangerschaft ohne vorherigen Eingriff als halbwegs sicher erscheinen lassen? Es gibt ja durchaus Frauen, die so ein Ding schon vor der Schwangerschaft mit sich herumschleppen, und alles läuft wunderbar.

  • Das mit der Embolisation versus Kinderwunsch hab ich auch irgendwo gelesen.
    Trotz meines Vorhabens/ Vorsatzes, mich erst Anfang des Jahres wieder mit dem Thema zu befassen, läßt es mich natürlich nicht ganz los...
    Jetzt wieder eine neue Frage ;)
    Gibt es den "Richtlinien" oder vielmehr Kriterien die für eine bestimmte Art der OP sprechen?
    Also z.B. wann und wieso kann oder muss vaginal/ laroskopisch (?) oder eben mittels Bauchschnitt operiert werden?
    Genaue Infos zu meinem Myom hab ich da nicht, ich weiß, das es links ist, aber zur genauen Größe (von riesig und bedenklich war allerdings keine Rede... von Eile auch nicht) und Lage kann ich derzeit nichts sagen.
    Da ich, wie vorher ja schonmal erwähnt, auch nicht unbedingt sämtliche Frauenärzte in der Gegend abklappern möchte, würden mich da so einige Eckdaten/ Kriterien interessieren, dann kann ich, wenn ich mehr über mein Myom weiß, vielleicht auch gezielter vorgehen... was auch immer das bedeutet ;)
    Achja... und wie ist das (wie Knorpelchen auch schon fragte) bei den Schwangern/ Ex-Schwangern mit dem Myom?!
    Liebe Grüße

  • Es ist wirklich schwierig, zu diesem Thema genauere Infos zu finden. Auf der Website der Uni Wien findet sich folgendes:


    Quote

    Für die sog. konservative Myomoperation gibt es zwei Hauptindikationen: 1) asymptomatische Sterilitätspatientinnen, bei denen entweder die Myomlokalisation und/oder Größe als wahrscheinlicher Sterilitätsfaktor in Frage kommen oder aber wenn der Uterus myomatosus - nach kompletter Abklärung des Paares - als einzige Erklärung für die erfolglose Konzeption oder den wiederholten Abort übrig bleibt; 2) Patientinnen mit dem Wunsch nach Organerhalt, die entweder asymptomatisch sind, aber aufgrund der Myomgröße (durch die Bauchdecke palpabel) eine Sanierung wünschen, oder aber die häufigste Indikation der symptomatischen Patientin (mit massiver Hypermenorrhoe und nicht selten bereits konsekutiver Anämie, Drucksymptomen im Unterbauch oder raschem Größenwachstum des Myoms).


    Unabhängig von der klinischen Symptomatik und der Erwartungshaltung der Patientin hängt die Sinnhaftigkeit und der therapeutische Langzeiterfolg der Myomoperation in erster Linie von der Zahl, der Größe und der Lokalisation der Myome ab. Während überwiegend submukös gelegene Myome der Klasse ESH 0 und I (=>50% intracavitär gelegen) mittels operativer Hysteroskopie reseziert werden, sind intramurale und subseröse Myome heute eine Domäne der operativen Laparoskopie, wobei eine Myomgröße von 10cm als technisch limitierender Faktor für diesen Zugang gilt.


    Okay, ist schon mal ein Start. Also nicht notwendigerweise OP, es sei denn, es bestehen Beschwerden im Sinne von Schmerzen/Blutung oder eine Sterilität. Und Myome gleich unter der Schleimhaut werden von innen, der Rest von außen angegangen. So weit, so logisch. Trotzdem bleibt die Frage, was bei relativ großen, aber symptomlosen Myomen passiert. Ich hätte Angst, dass sich eine Schwangerschaft entwickeln kann, der Uterus aber an dieser Stelle nicht kräftig genug ist, um lange genug durchzuhalten. Und ab welcher Größe ist das wahrscheinlich? Macht es einen Unterschied, an welcher Stelle das Myom liegt?

  • Quote

    Original von Knorpelchen
    Ich hätte Angst, dass sich eine Schwangerschaft entwickeln kann, der Uterus aber an dieser Stelle nicht kräftig genug ist, um lange genug durchzuhalten.


    Ich kann nur vom Gegenteil berichten:
    Mir wurde von einem Arzt gesagt, dass ich nach der Myom-OP (bei mir waren es 6, also auch 6 Schnitte/Nähte) während einer Schwangerschaft wohl keine Probleme erwarten müsste. Dafür ev. während der Wehen. Es gelten wohl ähnliche Kriterien wie nach (mehreren?) Kaiserschnitt(en). Da wird man ja angeblich auch zumindest engmaschiger überwacht.


    Mit dieser Vorgeschichte gelte ich wohl in jedem Fall von vorneherein als Risikoschwangere. So weit habe ich mich schon informiert.


    So richtig drauf gebracht hat mich damals erst der eine Klinikarzt: "Heutzutage muss man nach so einer OP nicht zwangsweise mehr per Kaiserschnitt entbinden". War wohl früher nach dem ersten Kaiserschnitt auch absolut üblich.

  • Ah, danke für die Info. Dass man nach einer OP, bei der die Gebärmutterwand verletzt wird (und gleich 6 Schnitte bei Dir!), Probleme in dieser Hinsicht bekommen kann, ist auch durchaus nachvollziehbar.


    Nach etwas weiterer Recherche habe ich noch gefunden, dass ein Myom sogar für stärkere Kontraktionen sorgen kann. Daher die starken Regelbeschwerden, die auftreten können, und daher kann es auch sein, dass frühzeitig Wehen einsetzen.


    Aber insgesamt scheint ein einzelnes, kleineres Myom nicht eine absolute Indikation für die OP bei Kinderwunsch zu sein.

  • Hallo Imani,


    tut mir leid, dass ich mich erst jetzt melde. Sind im Vorweihnachtsstress und nun ist Jani auch noch krank mit Fieber!


    Also:


    Bei mir wurden schon sehr lange Myome entdeckt.
    Diese wurden beobachtet. Einmal im Jahr musst ich zu einer Ärztin in die Klinik, die super Geräte hat (bessere als meine FA).
    Sie meinten halt, solange kein Kinderwunsch besteht, und ich keine Beschwerden habe (hatte ich nie), müssen sie nur beobachtet werden.
    Nun haben wir ja 2005 geheiratet und der Kinderwunsch wurde aktuell.
    Die Ärztinnen haben gesagt, dass ich ein halbes Jahr versuchen sollte schwanger zu werden. Wenn das nicht klappt, muss was unternommen werden.
    Und es hat nicht geklappt!
    Mein größtes Myom saß aber nicht in der Gebärmutter, sondern von außen dran.
    Also haben sie eine OP vorgeschlagen, um zu schauen, was sie machen können.
    Leider mussten sie dann doch einen Bauchschnittt machen, da das Myom riesig (Kindskopf groß) war. geschockt
    Ich lag eine Woche im Krankenhaus. Leider hatte sich die Narbe etwas entzündet, aber nach einem Besuch beim Hautarzt, war dass nach ein paar Wochen dann auch wieder ok.
    Wir mussten dann ein weiteres halbes Jahr warten, bis wir wieder mit dem "üben" anfangen durften. Und siehe da, in der 2. Übungszeit hat es dann geklappt. großes Grinsen
    Allerdings wurde ich von Anfang an als Risikoschwangere eingestuft. Das heißt, alle zwei Wochen Kontrolle. Davon jedes zweite Mal gründlicher Ultraschall im Krankenhaus. Sie hatten halt Angst, dass die Narbe vom Bauchschnitt das Kind nicht hält. War aber alles ok. soweit. Wehen durfte ich aber auch aus dem selben Grund nicht haben. Deshalb hatte ich einen Kaiserschnitt bei 36+5.
    Jani war zwar etwas klein (2850g), aber ganz gesund. Wurde aber als Frühchen eingestuft wegen der 2 Tage.
    Die Kaiserschnittnarbe hat überhaupt keine Probleme gemacht.


    Liebe Grüße
    Iris

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